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MINIGOLF: Präzise über Hügel und Wippen

MINIGOLF: Präzise über Hügel und Wippen

TRABEN-TRARBACH. Auch hierzulande wird Minigolf als professioneller Sport betrieben: Mit einem zweiten Platz bei den Deutschen Minigolf-Jugendmeisterschaften in Waldshut sicherten sich die Traben-Trarbacher Nachwuchsspieler eine vordere Platzierung in der Mannschaftswertung und stellten zudem den Bahnrekord auf der Turnieranlage ein.

Drei Tage lang galt es, bei 35 Grad Hindernisse zu umspielen, den kleinen Ball über Wippen und durch Tunnel zu schicken, um ihn schließlich mit möglichst wenigen Schlägen im Loch verschwinden zu sehen. Bei den Deutschen Minigolf-Jugendmeisterschaften vom 20. bis 22. Juli im rheinischen Waldshut nahmen 131 Jugendliche aus 11 Landesverbänden teil. Gespielt wurde in Einzel- und Mannschaftswertung sowie in zwei Alterklassen (bis 15 und ab 16 Jahre). Für den 15-jährigen Benjamin Müller vom Minigolfclub Traben-Trarbach reichte es in der Einzelwertung der bis 15 Jahre alten Schüler für den vierten Platz. Bei der Auftaktrunde schaffte er mit 24 Schlägen sogar einen neuen Bahnrekord. "Eigentlich war das Ziel ja der dritte Platz, aber der vierte ist auch okay", sagte Benjamin über seine insgesamt zweite Teilnahme an den Jugendmeisterschaften. Bereits seit sechs Jahren spielt er regelmäßig und trainiert etwa drei Mal in der Woche. Noch erfolgreicher verlief es in der Mannschaftswertung: Zusammen mit Wenzel Deneke, Marcel Laux und Janek Eiden trennten ihn nur sieben Schläge von den Erstplatzierten. Sabrina Pieper aus Traben-Trarbach erreichte in der Jugendklasse zudem den 9. Platz. Für Marcel Laux war es die erste Teilnahme an der Meisterschaft: "Training und gute Vorbereitung ist schon wichtig", sagt der 13-Jährige, deshalb trainieren die Traben-Trarbacher Nachwuchsspieler auch regelmäßig an bestimmten Bahnen - nicht nur präzises Zielen wird dann geübt, sondern auch die richtige Dosierung. "Die Bälle sind bei Minigolf das Wichtigste", weiß Rudolf Pull. Er trainiert die Jugendmannschaften und spielt selbst in der zweiten Bundesliga.Die Bälle sind das A und O des Sports

"Es gibt Bälle mit einer sehr rauen Oberfläche, die nehmen dann besonders viel Schnitt an und laufen langsamer - die sind gut fürs Bandenspiel. Andere Bälle sind ‚tot', wie man im Minigolf sagt. Sie springen überhaupt nicht", ergänzt Pull. "Es gibt etwa 10 000 verschiedene Bälle auf dem Markt", weiß Pressewart Roger Graf, "Profispieler haben dann immer ihren Ballkoffer dabei, in dem auch gerne mal mehrere hundert Bälle sein können." Auch die Temperatur und Luftfeuchtigkeit wirken sich auf das Rollverhalten der 38 bis 43 Millimeter großen Bälle aus. Minigolf hat dabei in Traben-Trarbach zudem eine besondere Tradition. "Hier entstand die erste Minigolf-Bahn Deutschlands", erläutert Graf, "im vergangenen Jahr haben wir 50-jähriges Jubiläum gefeiert." Die nächste Jugendmeisterschaft findet im kommenden Jahr in der Landeshauptstadt Mainz statt - für die Traben-Trarbacher ein besonderer Ansporn.