Mosel-Sprinter im Berliner Olympiastadion

Mosel-Sprinter im Berliner Olympiastadion

Große Erfolge feierten zwei Mosel-Sprinter beim ISTAF-Sportfest im Berliner Olympiastadion: Likhwa Lehmen wurde Dritter des Supersprinter-Finales, und Jörg Trippen-Hilgers erfüllte mit der Sehbehinderten-Nationalstaffel die Peking-Norm.

Berlin. (teu) Likhwa Lehmen hat die Lockerheit, als sei er bereits seit Jahren dabei im Leichtathletik-Zirkus: "Als wir ins Stadion gingen, war ich nicht mehr nervös", sagt der Zwölfjährige. Weder 70 000 Zuschauer im Olympiastadion von Berlin, noch die Konkurrenz der besten deutschen Nachwuchssprinter seines Alters brachten den Schüler des Traben-Trarbacher Gymnasiums aus der Ruhe.Das zahlte sich aus: "Ich habe gesehen, dass links von mir noch jemand war. Dass ich gewonnen hatte, wusste ich erst, als ich auf die Anzeigetafel schaute", erzählt er. Dank 7,05 Sekunden über 50 Meter stand Likhwa Lehmen im Endlauf auf der Bahn vier, die dem Vorlaufschnellsten vorbehalten ist. Woran es lag, dass es im Endlauf "nur" zum dritten Platz reichte, weiß Likhwa Lehmen nicht. In 7,10 Sekunden war der Fußballspieler von der JSG Zell/Bullay/Alf, der eigentlich nur nebenbei sprintet, nur unwesentlich langsamer. Der Berliner Nico Marcel Leistner (6,96), der zuvor noch einen Fehlstart verursacht hatte, und Nicolai Gabelt (Köln/7,09) waren einen Tick schneller. Der Läufer Christian Justen (SFG Bernkastel-Kues) überstand den Vorlauf nicht. Ihm fehlten in 7,46 Sekunden gerade 17 Hundertstelsekunden zum Einzug in den Endlauf.30 Minuten nachdem Likhwa Lehmen sich den dritten Platz im Supersprinter-Wettbewerb gesichert hatte, ging es für Jörg Trippen-Hilgers vom SFG Bernkastel-Kues auf der blauen Berliner Kunststoffbahn mit der 4-x-100-Meter-Nationalstaffel der Sehbehinderten um die Norm für die Paralympics. "Es war eine klasse Stimmung im Stadion. Ich habe fast den Zuruf für die Stabübergabe nicht gehört, so laut war es", erzählt Trippen-Hilgers begeistert. Bis zum letzten Wechsel lag das Handicap-Team vor der deutschen Frauen-Nationalstaffel. Erst auf der Schlussgeraden konnte die deutsche Meisterin Verena Sailer (LAC Quelle Fürth/München) den blinden Schlussläufer der Behinderten-Staffel, Thomas Schmidt (Potsdam), überholen. "Die Mädels haben uns sofort eine Revanche angeboten", freute sich Trippen-Hilgers über den ungezwungenen Umgang zwischen behinderten und nicht behinderten Sportlern. In 44,56 Sekunden unterbot das Quartett mit Trippen-Hilgers überraschend die Peking-Norm (44,62). Damit sei seine vierte Paralympics-Teilnahme zwar noch nicht in trockenen Tüchern, die Staffel habe aber gezeigt, dass sie in Peking Medaillenchancen habe.