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MOTORSPORT: "Jede Herausforderung hat ihren Reiz"

MOTORSPORT: "Jede Herausforderung hat ihren Reiz"

OSANN-MONZEL. Er ist in der Formel 1 wie in der Rallye-Weltmeisterschaft und im Truck-Grand-Prix zu Hause: Ab kommendem Wochenende wartet eine neue Herausforderung auf Rudolf Bollig. Der KFZ-Meister aus Osann-Monzel ist als Obmann der technischen Kommissare verantwortlich für das weltweit größte private Langstrecken-Championat, die VLN.

Am Dienstagabend kam Rudolf Bollig erst sehr spät nach Hause. "Wir treffen uns pro Woche mindestens zweimal in Birkenfeld im Büro der Deutschland-Rallye", wirft der deutsche WM-Lauf rund um Trier (11.-13. August) jetzt schon seine Schatten für den 53-Jährigen voraus. Aber Bollig ist ein richtiger "Vielfraß", wenn es darum geht, Arbeit in seinem Spezialgebiet, der technischen Überwachung, anzunehmen. Den Fernando Alonsos, Michael Schumachers und Kimi Räikkönens dieser Welt schaut er ebenso regelmäßig unters Blech, wie einem Sebastien Loeb oder den Helden des 24-Stunden-Rennens. Die Arbeit für die VLN-Langstreckenmeisterschaft aber ist ganz anderer Natur. Dort muss er die Anträge der großen Automobil-Hersteller auf Herz und Nieren prüfen. "Wir müssen dafür gerade stehen, dass die dort eingesetzten Fahrzeuge dem Reglement entsprechen. Und zwar lange, bevor der erste Startschuss fällt." Mit Privatiers wie Werken hat er regelmäßigen Kontakt, sagt, was es noch zu bemängeln ist und was zu beheben geht. Derzeit "balgt" er sich mit Lamborghini, Aston Martin und BMW herum. "Die Münchener wollen den neuen Z4 einsetzen. Klar, dass es da jede Menge Arbeit bei einem völlig neuen Fahrzeug gibt. Das ist auch für uns nicht einfach, wir müssen auf jedes Detail achten, das Auto im Geist schon anhand der Daten auseinander nehmen, bevor wir es gesehen haben." Gemeinsam mit seinem Kollegen Eugen Kochan aus Dorweiler im Hunsrück ist der Mann aus Osann-Monzel das technische Nonplusultra für die VLN-Challenge. An ihrem Urteil liegt es, ob ein Fahrzeug zugelassen wird oder nicht. Hans-Joachim Stuck fährt gegen seinen Sohn

"Die Serie wird immer beliebter und größer, wir haben mittlerweile regelmäßige Starter aus Italien, Norwegen und Schweden." Doch nicht nur die Anzahl, auch die Namen der Beteiligten sprechen für sich. Wenn am Wochenende zum ersten Mal der Startschuss auf dem Nürburgring fällt, wo alle VLN-Rennen ausgetragen werden, werden sich Vater und Sohn mit einem großen Namen duellieren: Hans-Joachim ("Striezel") und Johannes Stuck. Der erst 19-jährige Nachwuchsfahrer fordert seinen "alten Herrn" in der "Grünen Hölle" heraus. Eigentlich sollte bereits am letzten März-Wochenende der Startschuss zur neuen VLN-Saison fallen, doch das Wetter spielte allen Beteiligten einen Streich. "Jetzt geht es auf jeden Fall los", weiß Bollig, der zwischen den VLN-Rennen kaum einmal Luft zum Atmen hat. "Aber das hält jung, das mache ich schon über ein Vierteljahrhundert. Und jede neue Herausforderung, wie jetzt die VLN, hat ihren eigenen Reiz".