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MOTORSPORT: "Vor Gericht oder auf hoher See…"

MOTORSPORT: "Vor Gericht oder auf hoher See…"

DAUN. Nach nur einem Jahr Pause wird es im kommenden Jahr wieder eine deutsche Rallye-Meisterschaft geben. Die Organisatoren der Eifel-Rallye bewerben sich um einen der vier freien Plätze und sind zuversichtlich, 2007 mit von der Partie zu sein.

Es war eine Konstellation, wie es sie nirgendwo im rallyeverrückten Ausland gab. Zwei konkurrierende Serien, aber keine nationale Meisterschaft. "Ein Treppenwitz", sagt Karl Fries, Leiter der ADAC-Eifel-Rallye, die in den vergangenen Jahren immer glänzende Kritiken - vor allem von den Fahrern - erhalten hatte. Bereits im Juli hatten sich die Organisatoren der ADAC-Masters und der "Deutschen Rallyeserie" getroffen, um dem einjährigen Trauerspiel ein Ende zu bereiten. "Alle waren sich einig, dass wir wieder eine nationale Meisterschaft brauchten", sagt Fries. So hat es jetzt auch das Präsidium des Deutschen Motorsportbunds (DMSB) beschlossen.Zahl der Läufe wird reduziert

Das Konzept wird allerdings anders aussehen, als man es in vielen Jahren Deutscher Rallye-Meisterschaft gewohnt war. Lediglich fünf Läufe anstatt wie früher acht werden gefahren. Einer davon wird in den WM-Lauf rund um Trier integriert, für die anderen vier Läufe können sich Interessierte bewerben. "Die Mitglieder unserer Veranstaltergemeinschaft haben sich am Montagabend getroffen und einstimmig beschlossen, sich für einen Lauf zu bewerben", erklärt Fries auf TV-Anfrage. Das Team, bestehend aus MSC Brohltal, MSC Altenkirchen, SFK Ulmen, MSC Kempenich und MSC Daun setzt dabei auf den in diesem Jahr angewandten Austragungsmodus. "Eine Prüfung am Freitagabend in Sarmersbach, insgesamt etwa 140 Wertungsprüfungs-Kilometer", erläutert Fries, der die Wiedereinführung der Deutschen Rallye-Meisterschaft "grundsätzlich begrüßt". Am Freitag endet die Bewerberfrist. Wann die Entscheidung des DMSB bekannt gegeben wird, steht noch nicht fest. "Von der Qualität unserer Veranstaltung her müssten wir uns eigentlich keine Sorgen um einen Zuschlag machen", glaubt der Dauner. Doch eine andere Voraussetzung macht ihm Sorgen. "Die Konzentration bei uns im Südwesten ist sehr hoch im nationalen Rallyesport." Dadurch, dass bereits ein Wertungslauf im Rahmen der der Deutschland-Rallye ausgetragen wird und sich auch die Saarland-Rallye bewerben wird, könnte es sein, dass ein Aspirant aus regionalen Proporz-Gründen nicht berücksichtigt wird. Als größten Konkurrenten im Kampf um einen DM-Platz sieht der Dauner aber die hessische Vogelsberg-Rallye. Fries: "Wir können jetzt nicht mehr machen, als unsere Hausaufgaben zu erledigen und die Bewerbung abzugeben. Alles andere ist dann wie vor Gericht oder auf hoher See: Da bist du allein…"