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Müde, aber fröhlich

Müde, aber fröhlich

"Ebee!", tönt unser Wecker, "ebee-ebee-ebee!" und "ba-ba-ba-ba-ba-ba-ba!". Er verfügt über jene Funktion, die einem eine Schlaf-Zugabe gewährt, bevor er endgültig ernst macht.

Man muss ihn dazu zu Mama und Papa ins Bett nehmen. Mit viel Glück ist dann noch mal eine halbe Stunde Ruhe. Mit etwas Pech eine halbe Minute."Hoh-hoh!", meldet sich der Wecker wieder. "Ma-ma-ma-ma-ma-ma!” Wir drehen uns weg. Verstecken uns unter der Decke. Halten uns die Ohren zu. Doch der Wecker spult unbarmherzig sein Repertoire ab. Als Zugabe testet er seine Lautstärke und probiert, ob es heute noch ein bisschen schriller geht als gestern.

Schließlich schaltet er den Vibrationsalarm ein. Beinchen rammen in elterliche Rippen, Baby-Ellbogen landen in Papas Gesicht, und Mama entwindet kleinen Fingern stöhnend eine Haarsträhne. Es folgt das Finale. "Bffffffffffffffffth!" Hunderte feiner Spuckebläschen rieseln uns in die Gesichter. Wir sind wach.

Doch unser Wecker kann viel mehr. Er hat eine Gute-Laune-Funktion. Öffnet man schlaftrunken die Augen, strahlt er übers ganze Gesicht. Küsst und kitzelt man ihn, kichert er. Und spielt man unter der Bettdecke Verstecken, kriegt er sich vor Lachen nicht mehr ein. So stehen wir oft müde auf. Aber immer fröhlich.