Nachwuchs am Verstärker

Nachwuchs am Verstärker

WITTLICH. Hauptsache Rock: Fünf Bands werden am kommenden Samstag im Wittlicher Haus der Jugend im Rockbuster-Vorentscheid gegeneinander antreten.

Nein. Keine Angst. So muss es nicht enden. Wirklich nicht. Dass du Irgendwann von einem drittklassigen Produzenten dazu überredet wirst, beim Grand Prix teilzunehmen, um dir dann dort vor einem Millionenpublikum die Blöße zu geben, weil selbst diejenigen, die sich das vor dem Fernseher antun, deinen Beitrag abgrundtief grottig finden. Und die einzigen, die dich dann noch mögen, sind Menschen von Privatsendern, die dich erst in den Dschungel und später auf die Couch zu Oliver Geisen schicken, wo bereits Sonja Zietlow, Katharina Witt, Axel Schulz und Thomas Stein auf dich warten, um gemeinsam mit dir über die "50 größten deutschen Kindergartenlieder" zu philosophieren. Und während du dort sitzt und auf der Bühne Jeanette ihre Version von "Fuchs, du hast die Gans gestohlen" vor einem anspruchslosen - aber dankbaren - Publikum zum Besten gibt, fällt es dir auf einmal wieder ein, dass du eigentlich, als alles anfing, doch nur eines wolltest, nämlich rocken. So wie einst, als du noch Musiker warst. Und so wie die zahlreichen Bands, die vor weitaus weniger Menschen für noch weniger Geld weitaus mehr Spaß haben. Fünf davon stehen am Samstag im Wittlicher Haus der Jugend auf der Bühne, nehmen Teil an einer der insgesamt fünf Vorentscheidungen des Rockbusters, dem bekanntesten Nachwuchswettbewerb für Rock- und Popbands in Rheinland-Pfalz. Fünf Bands, die alle den gleichen Traum haben: beim Rockbuster-Finale am 2. Oktober in Lahnstein dabei zu sein. Da wäre zum einen APP' GROUND, eine Band aus Cochem, die es seit über vier Jahren gibt und die bereits 2004 den regionalen Vorentscheid gewonnen hat. Sie spielen eine Mixtur aus Metall, Hip-Hop und Crossover und haben dies bis vor wenigen Tagen zu fünft gemacht. Dann kam der erste Mai, eine "Interessensdifferenz" zwischen einem der beiden Sänger und dem Rest der Band, und seit dem spielen sie nur noch zu viert. "Wir hatten schon immer zwei Sänger. Einer, der gerappt hat, und einer, der schreit und singt. Der Rapper hat uns am Sonntag verlassen", fasst Gitarrist Eric die jüngste Entwicklung zusammen. Auftreten wollen sie dennoch. Respekt. Gefühl, Wut und Hoffnung

Was für die App'grounder der fehlende Sänger, ist für die WONDERBOYS IN MONSTERLAND der Bassist. Auch der hat den Rest der Truppe verlassen, sich für sein zweites Bandprojekt entschieden, wurde allerdings zwischenzeitlich durch den ehemaligen No-Class-Bassisten ersetzt. Der Rest der Band spielt seit Anfang vergangenen Jahres zusammen, macht Rock und Punkrock und hin und wieder auch mal'n Ballädchen. "Die deutschen und englischen Texte handeln vom alltäglichen Geschehen, genauso wie von zwischenmenschlichen Beziehungen, kritischen Betrachtungsweisen oder von der Vorstellung vom Leben in der weiten Welt", heißt es auf der Homepage. Na, denn. Wir sind gespannt. Wie auch auf die Musiker von ARTHUR'S ADDICTION. Die Band ist noch sehr jung und deshalb recht unbekannt. Nur soviel: Es sind fünf Jungs, die Rockmusik spielen. Und sie kommen aus Trier, Speicher und Bitburg, also aus der Eifel. Von dort kamen in den vergangenen Jahren einige erfolgreiche Teilnehmer (Jupiter Jones, A Massive Maybee, Marvin Go und Faded), und von dort ist auch PREOCCUPIED. Gefühl, Wut und Hoffnung - so umreißt die Band ihre Musik, die man ansonsten wohl am ehesten als Crossover bezeichnen würde. Fünf Jungs und ein Mädchen, die in dieser Besetzung schon seit 1999 spielen. Genau so lang wie Preoccupied musizieren auch schon die drei Freunde der Konzer Band PROJECT 54 gemeinsam. Die Projekteure bezeichnen ihren Musikstil, eine Mischung aus Punk-, Pop-, Rock- und Ska- Elementen, als "Puporoska”. Klingt interissantikowski und vielversprechindiko. So ganz und gar nicht nach Endstationinsky Grando Prixica. Der regionale Rockbuster-Vorentscheid beginnt am Samstag, 7. Mai, um 20.30 Uhr im Haus der Jugend Wittlich. Jede Band erhält eine halbe Stunde Spielzeit, um mit Eigenkompositionen die Jury, die aus Musikern, einem Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Rock und Pop sowie Medienvertretern besteht, zu überzeugen. Weitere Infos gibt's unter www.pop-community.de.