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Reifere, clevere Hunsrücker

Reifere, clevere Hunsrücker

MANDERSCHEID. Die Kreisliga A Mosel bleibt spannend. Nach dem klaren 3:0-Auswärtssieg bei der favorisierten SG Buchholz zog die SG Blankenrath mit den Gastgebern gleich und unterstrich seine Titel-Ambitionen.

Aufatmenbei Gästetrainer Manni Mähser, der erneut Höllenqualen mit seinerElf durchlebte. Denn so klar, wie es das Ergebnis ausweist, wardie Blankenrather Überlegenheit nicht. Denn in einem waren sichTrainer, Spieler und Zuschauer einig: Die Heimelf stand beimindestens zwei Toren der Gäste Pate und lud diese regelrecht zumTore schießen ein. Der Auftakt nach der Winterpause war eher schwach. Das Einzige, was in den Anfangsminuten am vermeintlichen Spitzenspiel interessant war, waren die Wortgefechte von Blankenraths Coach Manni Mähser mit einigen Zuschauern. Denn Taktieren und Abtasten standen zunächst ganz oben auf der Tagesordnung. Beide Teams waren bemüht, ihre Ordnung zu finden. Wegen zahlreicher zu durchsichtiger Aktionen hatten es die Abwehrreihen leicht, den Gegner zu stellen und die Bälle abzulaufen. Buchholz hatte nach sage und schreibe 25 Minuten die erste wirkliche Gelegenheit, als Gästekeeper Bernd Brachtendorf einen Flankenball nicht festhielt.

Was die Gäste im Defensivbereich und im Spielaufbau inszenierten, war ansehnlich, doch effektiv war es (noch) nicht, denn spätestens am Strafraum war es vorbei mit der Herrlichkeit. Kurz vorm Halbzeitpfiff schlitterten gleich drei Gästespieler an einer Freistoßeingabe vorbei.

Der schwache erste Durchgang war allerdings schnell Schnee von gestern. Es waren noch keine zwei Minuten gespielt, da änderte sich die Partie schlagartig. Kurioser kann ein Tor fast gar nicht mehr fallen: ein Flugball erreichte den fit gespritzten Blankenrather Torjäger Dirk Stephan genau auf dessen Glatze und von dort senkte er sich über SG-Torwart Marco Condne, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, ins lange Eck (50.). Vier Minuten später hüpfte Coach Mähser bereits zum zweiten Mal wie ein Känguru an der Seitenlinie. Aber nicht, weil er seinen zuvor verwarnten Spieler Dominik Müller kritisierte, sondern wegen Stephans zweitem Kopfballtor binnen weniger Minuten (54.). Werner Platz reagierte und brachte seinen trainingsfaulen Torjäger Mohammed Mukhtar - zu blass blieben die Sturmspitzen bis zu diesem Zeitpunkt. Der zuvor wegen einer Dummheit verwarnte SV-Akteur Müller durfte drei Minuten danach vorzeitig zum Duschen, nachdem er Jan Ostermann äußerst rustikal von den Beinen holte (56.). Erst jetzt erwachten die Manderscheider, die sich unverständlicherweise viel zu lange zurückhielten. Es ergaben sich zwangsweise Möglichkeiten: Dominik Klein köpfte jedoch in die Arme von Brachtendorf, Wallerangs Ball blieb in der vielbeinigen SVB-Abwehr hängen.

Björn Heinrichs dirigierte jetzt das Mittelfeld - der Vorwärtsgang war die einzige Alternative, die Platz noch blieb. Während sich Mukhtar in Einzelaktionen aufrieb, versuchten es die Außenverteidiger mit mutigen, aber hilflosen Vorstößen. Das Flügelspiel erlahmte zusehends. Ungestüm und ideenlos rannten die Eifeler an, ohne diese vor ernsthafte Schwierigkeiten zu stellen. Einbahnstraßenfußball in der letzten Viertelstunde. Doch Buchholz war nicht kaltschnäuzig, um es noch einmal spannend zu machen. So kam es, wie es kommen musste. Das 3:0 für die Hunsrücker war wiederum kurios: der eingewechselte Karl Fries düpierte den zu weit vor seinem Kasten stehenden Condne und bugsierte den Heber gekonnt in die Maschen (85.). Blankenrath spulte sein Pensum ab und ließ sich nichts mehr anbrennen. Die Eifeler probierten zwar mit ungestümen Angriffen, noch zu einer Resultatsverbesserung zu kommen, doch keiner der 50 Zuschauer glaubte noch daran.

Ein ernüchternder Trainer Werner Platz brachte die Niederlage auf den Punkt: "Nicht das wir uns nicht bemüht hätten, doch Blankenrath war heute einfach die clevere und reifere Mannschaft. Wir vernachlässigten unser Spiel über die Flügel und jeder sah, wo unsre Schwachstellen sind. Wollen wir oben dranbleiben, müssen wir uns erheblich steigern", sagte der enttäuschte SG-Trainer.

Sein Gegenüber Manni Mähser freute sich über diesen "wichtigen Sieg, der etwas zu hoch ausgefallen ist. Doch insgesamt waren wir kompakter und gewannen die Zweikämpfe. Mit solchen Kontern sind wir für jeden Gegner gefährlich", so der Polizeibeamte, der jetzt im Titelkampf wieder Morgenluft schnuppern darf.