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Rockt die Plattenteller

Transzendentale Ebene: Bei Michi Beck und "Turntable"-Kollege DJ Thomilla stimmt die Chemie.Foto: Fourmusic
Transzendentale Ebene: Bei Michi Beck und "Turntable"-Kollege DJ Thomilla stimmt die Chemie.Foto: Fourmusic
TRIER. "Trier ­ Du warst mal hier ­ mit den Fanta Vier", reimt Michi Beck. Als "Turntablerocker" bereiten er und DJ Thomilla ein HipHop-Set in der "Forum"-Diskothek. Von unserem Mitarbeiter <br>OLIVER RUF

Stuttgart, irgendein Plattenladen: Thomas Burchia verkauft Vinyl, Michael Beck ist ein guter Kunde. Irgendwann kommen die beiden ins Gespräch, entdecken Gemeinsamkeiten. Thomas ist mittlerweile als DJ Thomilla eine feste Szene-Größe, Michael gehört zum Stamm von Deutschlands bekanntester HipHop-Formation, den "Fantastischen Vier". Fragt man Michi Beck nach diesem ersten Zusammentreffen, wird er philosophisch: "Es war eine Begegnung der dritten Art, fernab alles weltlich Materiellen, auf einer musikalisch transzendentalen Ebene."Weiter führt der HipHop-Philosoph zu den musikalischen Gemeinsamkeiten von ihm und Burchia aus: "Klänge, Gefühle, Schwingungen zwischen den Rillen sind wie der Flügelschlag des Schmetterlings, kaum wahrnehmbar und doch verändert er den Lauf der Welt."Eine gehörige Portion Kreativität gehört zum Künstlerdasein ­ sonst hätte er wohl kaum im Stuttgarter Club "Red Dog" zu Thomillas Crew dazu stoßen können und die dortigen HipHop-Nächte mitgestaltet. Michi Beck hatte schließlich DJ-Erfahrung vorzuweisen, mischte bereits die "Fanta Vier"-Klänge, bevor er selbst zum Mikrofon griff. Auch in der Rolle des Produzenten gefällt er sich. In eine bestimmte Schublade will er allerdings nicht gesteckt werden: "Alles ist ein großes Bild, das niemals fertig werden kann."Aus dem gemeinsamen Hantieren an den Plattentellern mit DJ Thomilla entstand am Ende ein neues Projekt. Die "Turntablerocker" machten mit "East Coast HipHop ­ R'n'B-Style" auf sich aufmerksam und luden namhafte Gastmusiker ins Studio: Wyclef Jean, Afrob, Smudo, Billy Allen oder Komi Togbonu.Bei ihren Live-Auftritten schauen sie dabei aus wie synchronisierte "Wackel-Dackel": Jeder Handgriff in die Plattenkisten sitzt, die Köpfe nicken im Takt. Die Chemie scheint zu stimmen. "Chemistry is what we are! Im Plattenladen geahnt, in den Clubs gelebt", meint dazu Michi Beck und nennt den "Turntablerocker"-Sound in einem Wort "Wildstyle".Das Konzept der beiden DJs hat bereits große Erfolge gefeiert. Der Tonträger "Classic" war das erste Four-Music-Album, das weltweit problemlos zu erwerben war. Im vergangenen Jahr gingen sie mit ihren Freunden Ali und Basti Schwarz vom House-Duo "Tiefschwarz" auf Tfour2-Tournee. Am 6. Februar legen die "Turntablerocker" im Forum, Hindenburgstraße, auf ­ dort, wo erst kürzlich "Tiefenschwarz" gastierte.