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RUDERN: Familienfusion im Boot

Große Ziele: Der 23-jährige Jost Schömann-Finck könnte 2006 in die Fußstapfen seines älteren Bruders Matthias treten. Er peilt die Teilnahme an den Ruder-Weltmeisterschaften im englischen Eton im Leichtgewichtsachter an. Foto: Holger Teusch
Große Ziele: Der 23-jährige Jost Schömann-Finck könnte 2006 in die Fußstapfen seines älteren Bruders Matthias treten. Er peilt die Teilnahme an den Ruder-Weltmeisterschaften im englischen Eton im Leichtgewichtsachter an. Foto: Holger Teusch
ZELTINGEN-RACHTIG. (teu) Beide haben – in verschiedenen Booten – bereits internationale Erfahrung im Rudersport gesammelt. Nun wollen Matthias und Jost Schömann-Finck gemeinsam zur Weltmeisterschaft.

Kehrt jetzt wieder Ruhe ein bei Matthias Schömann-Finck? Hat der 26-Jährige aus Zeltingen-Rachtig nun endlich den Partner gefunden, um an die Erfolge der Jahre 2003 und 2004, als er mit dem deutschen Leichtgewichts-Doppelvierer WM-Bronze holte, anzuknüpfen? Nach zwei guten Jahren war die Saison 2005 für Matthias Schömann-Finck nämlich eine verkorkste: Eigentlich wollte er mit dem erfolgreichsten deutschen Leichtgewichtsruderer der vergangenen Jahre, Ingo Euler, in den olympischen leichten Doppelzweier umsteigen. Doch bereits in der WM-Qualifikation kam das Duo nicht in Tritt. Im Herbst versuchte Matthias Schömann-Finck mit dem Deutsch-Argentinier Ulf Lienhard ein neues Doppelzweier-Projekt anzustoßen. Doch schon vor dem ersten Wettkampf kam das Aus. "Ich dachte, Ulf bringt ein bisschen südländische Lockerheit ins Team, gerade weil ich oft überkonzentriert und zu ehrgeizig bin. Leider ist sein Training dann über den Winter in Richtung südländisches Chaos abgedriftet", erklärt Schömann-Finck, weshalb er sich vom Olympiateilnehmer trennte. Sein neuer Partner ist ein altbekannter: Mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Jost möchte Matthias Schömann-Finck nun einen leichten Zweier ohne Steuermann bilden. "Jeder weiß, wie der andere tickt", sagt er. Weltcup-Teilnehmer Jost Schömann-Finck trennt sich für die Familienfusion von seinem bisherigen Partner Ralf Balthasar (Klotten). Der Elektriker kann aus beruflichen Gründen nicht den gewünschten Aufwand betreiben. "Für Ralf tut mir das leid, weil er einfach ein netter Kerl ist. Aber ich möchte im Rudern etwas erreichen, und so lange, wie ich die Möglichkeit habe, muss ich das ausnutzen", betont Jost Schömann-Finck, dass er sich nicht im Zorn von Balthasar getrennt hat. Während es für den Jüngeren des Geschwisterpaars technisch keine Umstellung geben wird, wird sich Matthias Schömann-Finck erst ans Riemen-Rudern (jeder Ruderer bewegt nur einen Riemen) gewöhnen müssen. Bisher ruderte er in Skull-Booten (jeder Ruderer bewegt zwei Skulls). Im Zweier ohne Steuermann, Leichtgewichts-Vierer oder Achter wollen Jost und Matthias Schömann-Finck bereits in diesem Jahr zur WM ins englische Eton. Das Fernziel heißt Peking 2008. Das Boot der Wahl ist dabei der leichte Vierer (im Rudern unterscheidet man je nach Gewicht Leicht- und Schwergewicht), als neben dem Doppelzweier einzigen olympischen Boot dieser Gewichtsklasse.