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Sich aufrappeln für den Glauben

Sich aufrappeln für den Glauben

TRIER. (red) Rund 1100 Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr sowie der amerikanischen und französischen Streitkräfte haben am 8. Mai anlässlich des Weltfriedenstages an der internationalen Soldatenwallfahrt zu den Trierer Heilig-Rock-Tagen teilgenommen.

Im Domfeierte Bischof Reinhard Marx mit den Soldaten einenGottesdienst. Nach einem Platzkonzert des Heeresmusikkorps 300auf dem Domfreihof wandte sich der Bischof in derLiebfrauenkirche in einer "Zeitsage" nochmal an die Soldaten. Gewalt überwinden

Am 58. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges betonteBischof Marx im Gottesdienst, dass "Gewalt überwunden werden kann". Das 20. Jahrhundert sei das blutigste Jahrhundert der Menschheitsgeschichte gewesen. Dies dürfe im 21. Jahrhundert nicht so weiter gehen, mahnte der Bischof. Er unterstrich, dass der Krieg ein "archaisches Instrument der Politik" sei, das es zu überwinden gelte. Alle Menschen seien aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass der Krieg aus dem Instrumentenkasten der Politik verschwinde.

Diese Hoffnung sei nicht allein "träumerisches Denken" der Kirche. Vielmehr setze die kirchliche Friedensethik darauf, dass der Mensch in sich die Kräfte der Versöhnung, des Friedens und der Liebe habe. "Diese Kräfte müssen wir stärken", forderte Bischof Marx. Letztlich, das zeige die Auferstehung Jesu Christi, werde nicht die Gewalt, sondern die Gewaltlosigkeit das letzte Wort behalten. In der internationalen Politik ist es nach Auffassung des Bischofs notwendig, dass es ein "Weltgemeinwohl" gibt.

Konflikte müssten in "internationaler Gleichberechtigung" gelöst werden. Statt auf Krieg und Gewalt sei auf Recht, Gerechtigkeit und die Menschenrechte zu setzen. Für den Bischof leisten Soldaten einen Friedensdienst.

"Gott glaubt an Sie"

"Lassen Sie uns gemeinsam dafür beten und daran arbeiten, dass Sie nie in einen Krieg ziehen müssen", rief er ihnen zu. In seiner Zeitsage, die unter dem Motto "Über Gott und die Welt" stand, ermutigte Bischof Marx vor allem die jungen Soldatinnen und Soldaten, mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen: "Glauben Sie daran, dass Gott an Sie glaubt. Rappeln wir uns auf, damit aus müden wieder muntere Christen werden."