SPIEL DES TAGES: Brucher Wirbelstürmer

SPIEL DES TAGES: Brucher Wirbelstürmer

WITTLICH. Die Revanche für die Hinspiel-Niederlage ist in beeindruckender Manier gelungen: 4:1 siegte die SG Bruch beim SV Wittlich – etwas zu hoch ausgefallen, doch hochverdient gingen die Heckenländer beim Rivalen als Sieger vom Platz und sind den "Säubrennern" bis auf zwei Zähler auf die Pelle gerückt.

80 Unentwegte kamen zum Brucher Wiedergutmachungsspiel auf den vom Dauerregen mit Pfützen übersäten Hartplatz in Wittlich und sahen ein Derby, dass von Beginn an von Kampf und heißen Zweikämpfen im Mittelfeld lebte. Ohne die verletzten André Eltges und Sebastian Wahlen wollten die "Säubrenner" ein frühes Führungstor, entwickelten über Kai Praum sowie Pascal Madubuezi und Rodalec Souza enormen Druck. Doch an diesem Tage hatte der Gast einen Mann im Abwehrzentrum, der nicht nur kompromisslos zu Werke ging, sondern auch noch eigene Angriffe einleitete: Spielertrainer Michael Scholer avancierte zum spielenden Bollwerk und brachte die Seinen selbst nach einem Schuss von der Mittellinie zum 0:2 auf die Siegerstraße. Zuvor hatte ausgerechnet ein Ex-Wittlicher die Gäste in Front gebracht: Alexander Becker fasste sich nach knapp einer halben Stunde ein Herz, zog ab und das Leder landete aus 25 Metern im Schuss im Winkel. Ansonsten war es ein ausgeglichenes und abwechslungsreiches Derby, das die Zuschauer zu sehen bekamen. Die Wittlicher Anschlussbemühungen blieben jedoch entweder in den vielen Pfützen liegen oder wurden Opfer der eigenen Unzulänglichkeiten. Denn so schön und gefällig das Wittlicher Mittelfeldspiel mit Souza und Madubuezi auch aussah, es war am Ende brotlose Kunst, weil der entscheidende Steilpass ausblieb. So sprach auch SVW-Clubchef Konny Klar von "unerklärlichen Schnitzern beim Stellen der Abwehr bei Brucher Standardsituationen" und war insgesamt "enttäuscht vom Auftritt der Mannschaft". Denn trotz weiterer offensiver Bemühungen im zweiten Abschnitt gelang es dem Tabellen-Vierten nicht, zwingende Akzente zu setzen. Zu viele Querpässe und Fehler in der Vorwärtsbewegung hemmten Überraschungsmomente. Als dann Michael Urbild am gut reagierenden Wittlicher Schlussmann Bayindir scheiterte und Pascal Madubuezi im Gegenzug mit dem Kopf zur Stelle war, wurde es für die Gäste noch mal eng (68.). Das 1:2 war ein Weckruf für die Kreisstädter, die jetzt alles auf eine Karte setzten. Doch Bruchs Sturmführer Urbild machte mit seinem 14. Saisontor den Brucher Sieg wasserdicht (77.). Eine weitere Standardsituation ließ die Niederlage des SVW peinlicher ausfallen: Freistoßflanke von Scholer - und Michael Urbild köpft gekonnt mit dem Hinterkopf in die lange Ecke (85.). Damit waren alle Messen gelesen und Bruchs Sieg in trockenen Tüchern. Urbild selbst erkannte den "dritten Treffer als Knackpunkt. Machen wir den nicht, dann wird es eng. Doch der Sieg war hochverdient, weil wir mehr machten und im Sturm variabler agierten". Klar hingegen sprach von einer zu hohen Niederlage: "Bruch spielte unkompliziert und hatte mit Urbild und Steffen die besseren Stürmer in ihren Reihen." Wittlich: Bayindir - Krieziu - Ahmeti (80. Follmann), Friedrich, Gödert - Lenz, Souza, Klein (77. Heiseler), Madubuezi - Perry, PraumBruch: Theiß - Scholer - U. Müller, S. Müller, Wagner - Becker, Karen, Schneider (85. Krummeich), Marx - Urbild, Steffen (76. Thiel)Tore: 0:1 Becker (29.), 0:2 Scholer (44.), 1:2 Madubuezi (68.), 1:3 Urbild (77. ), 1:4 Urbild (85.)Schiedsrichter: Timo Münster (Berglicht). Zuschauer: 80.

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