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SPIEL DES TAGES : Eine Nummer zu groß

SPIEL DES TAGES : Eine Nummer zu groß

GROSSLITTGEN. Die Mannschaft der Stunde heißt SG Dhrontal/Haag. In einer Regenschlacht haben sich die Spieler von Trainer Rudi Roth-Noss nach einem frühen Rückstand beim 4:2-Sieg gegen Niederkail dank einer Steigerung in der zweiten Hälfte drei Punkte gesichert.

Ziemlich konsterniert schien Heini Irmisch nach dem Abpfiff in der Realität angekommen zu sein. Das 1:0 in Lüxem ließ die Niederkailer zum Mitfavoriten aufsteigen. Nach der schmerzhaften Niederlage gegen die SG Dhrontal sind sie allerdings auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Doch wer Heini Irmisch kennt, weiß, dass er mit diesem Dämpfer umgehen kann und die Zügel wieder anziehen wird. Unklar ist indes die Rolle, die Sturmführer Martin Lexen derzeit einnimmt. In Lüxem noch erfolgreich, konnte der Goalgetter der vergangenen beiden Jahre nicht einmal ansatzweise Zeichen setzen. Seine Soli verpufften meist am dritten Gegenspieler, der Spielfluss ging so bereits früh verloren. So hatten es die Gäste oftmals leicht, die Bälle aus dem Mittelfeld in die eigenen Reihen zu bringen und die schnellen Spitzen optimal zu bedienen. Sicherlich ist der Auswärtssieg der SG Dhrontal mit 4:2 etwas zu hoch ausgefallen, jedoch war er verdient. "Wichtig war, dass wir nach dem frühen Rückstand nicht einbrachen, sondern unser Heil in der Offensive suchten. Als wir merkten, dass Lexen zu defensiv agiert und unsere Abwehr gut steht, ist uns fast alles gelungen", sagte Rudi Roth-Noss. Dieses Mal war es für die Niederkailer kein gutes Omen, dass das Auftaktspiel in Großlittgen war. Von Anfang an gingen beide Teams ein hohes Tempo und ein hohes Risiko. So war es nicht verwunderlich, dass die Niederkailer Führung nach Vorarbeit von Bruno Kollay bereits nach zwölf Minuten fiel. Neuzugang Pierre Heinz fand die Lücke. Die sich anfangs noch etwas zurückhaltenden Gäste kamen nach 20 Minuten nach Vorarbeit von Kai Knob und dem Tor von Christian Görg zum Ausgleich - 1:1 (20.). Rudi Roth-Noss' Aufforderung, mehr zu tun, wurde von seinen Spielern nur zögernd umgesetzt. Denn der SVN drängte fortan auf die erneute Führung. Doch sie blieb ihnen versagt. Im Mittelfeld ging es sehr eng zu, und Lexens Alleingänge brachten seine oftmals besser postierten Nebenleute fast zur Weißglut. Meist wurden die Bälle lang aus der Abwehr gespielt, doch der rutschige Boden verhinderte ein exaktes Zuspiel. Im zweiten Abschnitt reduzierte sich das Niveau, da es zu hektisch und ungenau zuging und die spielerischen Aspekte zwangsläufig zu kurz kamen. Doch die Irmisch-Elf wollte es wissen und blies über den Ex-Dörbacher Matthias Kranz zum Sturm. Maus‘ Volleyschuss aus 20 Metern ließ die vom Dauerregen durchnässten rund 100 Zuschauer hoffen. Doch auch Kollay und Artur Zielinski waren vom Glück nicht begünstigt. Dieses hatten die Gäste, die plötzlich in Führung gingen. Bernd Reitz gab die Kommandos für mehr Tatendrang und durfte sich selbst als Torschütze feiern lassen. Nach einer Serie von Eckbällen wuchtete der große Mittelfeldspieler einen Kopfball in den Winkel zum 1:2 (75.). Jetzt war der Bann gebrochen. Die Führung der Haager war nicht einmal unverdient, weil sie immer wieder gefährlich konterten und auch die bessere Spielanlage besaßen. Die Entscheidung fiel schließlich zehn Minuten vor Schluss, als der talentierte Sebastian Leinen aus der Drehung das 3:1 für die Gäste erzielte (80.). Nach dem vierten Tor der SG durch den eingewechselten Danny Knob sah es nach eine Debakel aus (83.), ehe Kollay zum 2:4 abstaubte (88.). Rudi Roth-Noss richtete seinen Blick nach dem Abpfiff denn auch einen Schritt weiter und verwies auf das nächste "wohl noch schwerere Spiel gegen meinen ehemaligen Verein aus Sehlem".