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SPIEL DES TAGES: Jubel, Juwelen und Jubilare

SPIEL DES TAGES: Jubel, Juwelen und Jubilare

LÜXEM. Nach dem Zittersieg über Niederemmel ist der SV Lüxem am Ziel und steigt erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Bezirksliga auf. Mit bisher nur einer einzigen Niederlage steuert der neue A-Liga-Meister zudem auf Rekordkurs und will mit 73 anvisierten Punkten Ligageschichte schreiben.

Die Ersatzspieler standen bereits Minuten vor Spielende an der Seitenlinie und konnten den Abpfiff kaum erwarten. Als die Erlösung endlich kam, sah man nur noch eine einzige Jubelorgie in Schwarz-Orange. Als Spielertrainer Guido Habscheid mit Sekt durchnässtem Oberkörper wieder Luft holen durfte, kam beim stets kritischen Trainer ein fröhliches Lächeln über die Lippen. "Es war mehr Kampf und Krampf heute, doch die Glückseligkeit überwiegt. Den Aufstieg haben wir uns nicht allein in diesem Jahr erarbeitet. Mit großer Ausgeglichenheit im Kader und wachsender Harmonie sind wir zusammengewachsen und haben bereits vor zwei Jahren das vorbereitet, was wir jetzt ernten." Niemand sonst hatte eine dermaßen ausgeglichene Bank wie der SVL, der ausgerechnet im 75. Jahr des Bestehens das Meisterstück servierte. Lief es gut, dann zauberten sie auch, zumal auch Spielverständnis und technisches Vermögen eine Einheit bildeten. Einige Juwelen ragen aus dem Team heraus, ohne die mannschaftliche Geschlossenheit abzuwerten. Mit Torwart Stefan Pitsch, Spielertrainer Guido Habscheid und Defensivkünstler Udo Ehlen besitzt der SVL erfahrene Führungsspieler. Talente wie Jan Endres, Christoph Krähling, Stefan Follmann oder Christoph Kleifges prägten das Lüxemer Spiel entscheidend mit. Doch entscheidend waren andere Dinge: Vor vier Jahren kam mit Guido Habscheid ein Trainer, der die Elf vor dem Abstieg bewahrte, danach auf Platz vier führte. Habscheid erkannte die Stärken und Schwächen schnell und setzte seine Erfahrung mit Geschick und Umsicht ein. Gerade vor dieser Saison kamen mit sieben Neuen Schwung und mehr Qualität ins Team. Zudem: "Jeder lief für den anderen, jeder rackerte in schwierigen Situationen. Wenn der erste Erfolg verdaut ist und die Mannschaft sich punktuell verstärken kann, dann sind wir guter Dinge, in der Bezirksliga bestehen zu können." Das Spiel selbst war aus Lüxemer Sicht nicht das Gelbe vom Ei. Während Gästecoach Kalla Reisdorf versuchte, mit zwei hintereinander spielenden Viererketten die Räume eng zu machen und Lüxem mit Kontern zu ärgern, sprengten die Hausherren dessen Konzept früh, als Christoph Kleifges die Lücke fand. Doch Niederemmel versteckte sich nicht, spielte munter mit und hatte allein durch Christian Köhnen drei dicke Ausgleichschancen. Als Thomas Kreuder einen Traumpass auf Christoph Krähling spielte und dieser überlegt abschloss, war noch vor der Pause die Messe gelesen. Die optische Überlegenheit der Gäste nutzte nichts, da sie an diesem Tage nicht die Abgeklärtheit besaßen, um am Lüxemer Sieg zu rütteln. Ein Höchstmaß an Effizienz bewies der neue Meister, als Christophn Heck nach 70 Minuten aus abseitsverdächtiger Position das dritte Tor besorgte. Positiv aus Niederemmeler Sicht ist, dass man Lüxem kaum Entfaltungsmöglichkeiten ließ und Trainer Reisdorf um ein weiteres Jahr verlängerte.SV Lüxem: Pitsch - Habscheid - Kranz, Hayer, Ehlen - Scheibe, Kreuder, Follmann, Krähling - Heck (77. Haier), Kleifges (60. Faas).Niederemmel: Franzen - D. Kirsten - Kettern, T. Kirsten, Schwang - Arens, Fernandez, Lobüscher, Esseln (46. Hoffmann) - Köhnen, Herres.Tore: 1:0 Kleifges (5.), 2:0 Krähling (40.), 3:0 Heck (69.).Schiedsrichter: Willi Kops (Gondenbrett). Zuschauer: 300.