SPIEL DES TAGES : Nun sind es derer zehn ...

SPIEL DES TAGES : Nun sind es derer zehn ...

WITTLICH. Der SV Wittlich ist nach dem 4:2-Sieg gegen seinen ärgsten Verfolger SG Neumagen fast am Ziel seiner Träume. Die Säubrenner können mit zehn Zählern Vorsprung gelassen in die restlichen sechs Partien gehen.

Es war eine Partie auf hohem Niveau, die von der Mannschaft gewonnen wurde, die in den entscheidenden Situationen die Tore machte. Wenn die Neumagener am Drücker waren und auf den Ausgleich drängten, wurden sie immer kalt erwischt. Der Sieg ging auch deshalb in Ordnung, weil die Kreisstädter die besseren Individualisten in ihren Reihen hatten und sich vorzüglich aufs Kontern verstanden. Denn schlecht waren die Gäste keineswegs, nur zeigten sie ein wenig spät ihr wahres Leistungs-Vermögen. Statt vermehrt über Heinsdorf und Poltrock Angriff zu initiieren, spielten die Neumagener immer wieder quer und waren auf dem Weg zum Tor zu umständlich. So lief ihnen die Zeit davon. Außerdem stand der designierte Meister mannschaftlich sehr kompakt und ließ nur wenige klare Chancen zu. Weder der vorzügliche Libero Michael Schmitt noch die Manndecker Bernd Naguschewski, Mathias Ruf und Mike Mohr ließen sich aus der Ruhe bringen und standen fast perfekt, obwohl Neumagen mit dem später des Platzes verwiesenen Johannes Thomas sowie Kapitän Christian Anderle zu einer Reihe brenzliger Situationen kam. Neumagen verabschiedete sich respektvoll und erhobenen Hauptes aus dem Meisterschaftskampf, den sie sich mit einem Sieg hätten weiter offen halten können. Dennoch wird die Welt für die Mannen um Spielertrainer Heinsdorf nicht untergehen. Im nächsten Jahr zählen die Rot-Schwarzen wohl wieder zu den Favoriten. Für den Liga-Primus aus Wittlich hingegen bringt der "wichtigste Sieg des Jahres einen enormen Impuls in Sachen Selbst-Bestätigung". Nicht nur Schmitt und Kuhnen wissen um die Qualität der Mannschaft, die "weiter reifen und wachsen muss. Einige Spieler können mehr, als sie bisher gezeigt haben." Der hoch aufgeschossene ehemalige Idar-Obersteiner weiß, dass der Sieg noch nicht die Erfüllung aller Träume ist und noch zwei Siege notwendig sind, um alles klar zu machen. Die nur 150 Zuschauer sahen ein gutklassiges, über weite Strecken Bezirksliga-Niveau erreichendes Spiel, in der die Gäste mit drei angeschlagenen Leistungsträgern begannen. Kein Taktieren im Mittelfeld, keine langatmigen Passagen, sondern Biss, energische Zweikämpfe und steile Flachpässe brachten von Anfang Zunder ins Gipfeltreffen. Der Führungstreffer der Wittlicher durch ein Elfmeter-Tor vom in der zweiten Halbzeit starken Friedhelm Hill in der 23. Minute brachte nicht Sicherheit, sondern 15 Minuten danach den Neumagener Ausgleich. Eine herrliche Kopfball-Rückgabe von Anderle nutzte Johannes Thomas zum 1:1 (38.). Die ganz in königsblau angetretenen Gastgeber übernahmen in der zweiten Halbzeit verstärkt die Initiative und gingen durch einen abgefälschten Ball von Hill mit 2:1 in Führung (60.). Als die Gäste auf den Ausgleich drängten, erwischte sie ein Blitzkonter über den beweglichen Christoph Heck kalt - Alexander Hermes erzielte das vorentscheidende 3:1 (70.). Anderle brachte seine Mannschaft mit dem Anschluss-Treffer ins Spiel zurück (76.) und Dramatik ins Geschehen. Heinsdorf gab seine Libero-Position auf und ihm wäre fast der Ausgleich gelungen. Das abschließende 4:2 durch den dreifachen Torschützen Hill (Alleingang) bedeutete die Einbehaltung aller Punkte an diesem stürmischen, nasskalten Frühlingstag. "Der Sieg der Wittlicher geht in Ordnung. Nun müssen wir nächstes Jahr wieder angreifen". SG-Chef Ketterns Anerkennung für den Fast-Meister lässt die Moselaner nicht aus den Fugen geraten. Markus Kuhnen resümierte, eine "hochklassige Partie zweier fast gleichstarker Teams" gesehen zu haben.