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SPIEL DES TAGES: Schlammschlacht und Spätzünder

SPIEL DES TAGES: Schlammschlacht und Spätzünder

REIL. In einem kampfbetonten Spiel ließ sich der SV Lüxem auch in Reil nicht düpieren. Nach einem großen Kampf wahrten die Wittlicher mit dem 2:1-Siegtor zehn Minuten vor dem Abpfiff ihre weiße Weste und sicherten sich zudem die Meisterschaft.

"Es war ein hartes Stück Arbeit, wir sind voll gefordert worden", befand Lüxems sportlicher Leiter Harry Wehlen nach dem 2:1-Erfolg in Reil erleichtert. "Wir haben uns aber das Leben selbst schwer gemacht, denn eigentlich hatten wir die größeren Spielanteile", betont Wehlen die Überlegenheit seiner Fohlen-Elf. Dennoch: Was die SG Reil trotz einiger Ausfälle bot, sah sich über weite Strecken sehr gut an. Lüxems Nico Hayer hatte nach einem schnellen Vorstoß die erste Chance des Spiels. Der überragende Reiler Schlussmann Andreas Jakobi reagierte kurz danach glänzend gegen den einschussbereiten Christoph Krähling. Der Tabellenführer hatte eine insgesamt reifere Spielanlage und nutzte die Räume effektiv, während die Bauer-Elf mit überfallartigen Kontern ihr Heil in der Offensive suchte. Als die Gäste nach einer halben Stunde näher am Führungstor dran waren als die Gastgeber, schockte Reils Christian Mildenberger die Lüxemer mit einem Pfosten-Hammer. Auffällig bei den Säubrennern war die Tatsache, dass der junge Nico Hayer fast überall zu finden war und nicht nur in der Defensive seinen Mann stand. Was man den Gastgebern anlasten musste, war das zögerliche Nachrücken bei eigenen Angriffen. Die Stürmer Christian Greis und Benjamin Siweris hingen oftmals in der Luft. Kurz vor dem Pausentee durften sich die Moselaner bei Keeper Jakobi bedanken, der zwei Mal gegen Krähling und Heck reagierte und seine Mannschaft vor einem Rückstand bewahrte. Reils Trainer Andreas Bauer erkannte trotz einer engagierten Leistung seines Teams die "spielerische und läuferische Überlegenheit der Lüxemer, die in den letzten Minuten immer die Entscheidung herbei führen können". Und er sollte Recht behalten: Stefan Follmann umspielte die Reiler Defensive und schob unbedrängt zur Gäste-Führung ein (55.). Postwendend antwortete Reil, als Christian Thiesen einen Freistoß zum Ausgleich ins Netz schoss (57.). Erstmals war der Spitzenreiter richtig gefordert, verlor zwischenzeitlich sogar den Faden, weil der Gegner jetzt bissiger agierte und seine Chance auf Punkte erkannte. In dieser Phase spürte der Außenseiter, dass mehr drin war als ein Unentschieden. Lüxem reagierte: Spielertrainer Guido Habscheid wechselte sich selbst ein, agierte fortan als Libero und beorderte Ehlen ins Mittelfeld. Die verstärkten Offensivbemühungen blieben zunächst jedoch in der vielbeinigen Reiler Abwehr hängen. Es war fortan nicht nur eine Schlamm-, sondern auch eine Reiler Abwehrschlacht. Doch Christoph Krähling ließ neun Minuten vor dem Ende seine Klasse aufblitzen, düpierte per Körpertäuschung seinen Gegenspieler und erzielte das viel umjubelte 2:1 (81.). Der Matchwinner musste kurze Zeit später wegen Schiedsrichterbeleidigung mit der Ampelkarte vorzeitig zum Duschen. "Ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf. Wir haben toll gekämpft und Lüxem am Rand einer Niederlage gehabt. Dennoch geht der Sieg für den SVL in Ordnung", erkannte Bauer die Leistung des Spitzenreiters fair an. SG Reil: Jakobi - Barzen - Schmidt, M. Stölben, Conrad - Mildenberger, Angnes, Ch. Thiesen, A. Thiesen - Greis (80. Nilles), SiwerisSV Lüxem: Pitsch - Ehlen - Kranz, Endres, Hayer (65. Habscheid) - Scheibe, Faude, Kleifges (35. Kreuder), Follmann - Heck (82. Rach), KrählingTore: 0:1 Follmann (55.), 1:1 Christian Thiesen (57.), 1:2 Krähling (81.)Gelb-rote Karte: Krähling (Lüxem) wegen Meckerns (89.)SR: Tetzlaff (Dhrontal) - Z: 120