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SPIEL DES TAGES: Spiritus Rektor und eigene Gesetze

SPIEL DES TAGES: Spiritus Rektor und eigene Gesetze

LANDSCHEID. Die zweite Runde im Oddset-Kreispokal bringt mit 13 Partien Abwechslung in die Meisterschafts-Saison. Der Knüller SG Landscheid gegen die SG Bruch steigt dabei in Großlittgen.

Eine brisante und interessante Konstellation bringt der Pokalhit zwischen dem Tabellenführer der Kreisliga B II, der SG Landscheid, und A-Ligist SG Bruch. Nicht nur, weil beide Orte nur elf Kilometer auseinander liegen und man den Derby-Charakter nicht leugnen kann. Sondern auch, weil die gegenwärtige Souveränität von Landscheid in ihrer Ligastaffel die angeschlagenen Heckenländer beeindrucken könnte. Zwar ist Bruch eine Liga höher angesiedelt, doch der Pokal hat bekanntlich eigene Gesetze, und so mancher höherklassige Verein hat gegen unterklassige Mannschaften die Segel streichen müssen. Mit 19 Punkten aus sieben Spielen überragend in die Meisterschaft gestartet und die übrige Konkurrenz auf Distanz haltend, überzeugte die Landscheider Elf von Trainer Jürgen Dinchel auch spielerisch. In den vergangenen Spieljahren zeigten die Eifeler nur phasenweise guten Fußball und mussten anderen das Lösen der Aufstiegstickets überlassen. Doch in dieser Saison will Dinchel in seinem dritten Landscheider Trainerjahr den Wiederaufstieg mit Konsequenz und Beständigkeit anstreben. Pressesprecher Rainer Gaus verweist auf die gute Auswärtsbilanz und bilanziert satte 13 Punkte aus fünf Partien in fremden Gefilden. "Das Team ist gereift und ist auf allen Positionen gut besetzt. Doch es ist noch ein langer Weg bis Mai." Der kompakte, 18 Spieler umfassende Kader, steht kompromisslos in der Verteidigung und ließ bisher erst vier Gegentreffer zu. Doch die harten Brocken mit Minderlittgen, Kinderbeuern und Zeltingen kommen erst noch, "da wird sich zeigen, wo wir wirklich stehen". Meist mit einer Spitze (Stefan Esch) operierend, kommt die SGL mit einem breit gefächerten Mittelfeld und starken Manndeckern. So soll auch Bruch ausgeschaltet werden. Die tragende Rolle kommt dabei Kapitän Thomas Schäfer zu. Der 26-Jährige ist Dreh- und Angelpunkt des Landscheider Spiels, verteilt und fordert die Bälle und traf dabei bereits elf Mal ins Schwarze. Der "Spiritus Rektor" ist beidfüßig stark, dribbelstark und trotz seiner geringen Körpergröße sehr kopfballgefährlich. Beim A-Ligisten SG Bruch ist man dagegen mäßig in die Spielzeit gestartet. Zehn Zähler aus sieben Spielen sind eher bescheiden. Bescheidener sind auch die Ziele der ehemals "Unabsteigbaren aus der Bezirksliga" geworden. Da der Kader dünner und die Verletztenliste größer geworden ist, haben sich die Verantwortlichen auf einen gesicherten Mittelfeldplatz geeinigt und wollen beizeiten das Abstiegsgespenst verjagen. Für den Pokalhit in Landscheid hofft Trainer Michael Scholer auf die Steigerungsfähigkeit seiner Spieler. Es gibt jedoch mit Marco Thiel, Alexander Schneider und Erwin Billen einige Verletzte, die derzeit nicht ersetzt werden können. "Der Pokal genießt zwar nicht den Stellenwert der Meisterschaft, doch weiterkommen wollen wir schon", umreißt Trainer und Libero Scholer die Zielstellung. Das größte Problem ist derzeit die Abwehr. Da durch die Verletzungen personelle Umstellungen gerade in der Defensive negative Auswirkungen hatten, will Bruch zuerst "die Null stehen haben" und hinten dicht machen. "Auf keinen Fall wollen wir in die Verlängerung, da bei uns auch konditionell nicht alle am Limit spielen", lässt Scholer fehlende Alternativen durchblicken. Die SG Bruch will auch in Großlittgen auf Offensive setzen und mit Matthias Steffen sowie Michael Urbild zum Erfolg kommen um, Landscheid aus dem Pokal zu kegeln.