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SPIEL DES TAGES: Überschäumende Glückseligkeit

SPIEL DES TAGES: Überschäumende Glückseligkeit

LANDSCHEID. Glückwunsch, SV Zeltingen! Die Moselaner kehren nach sechsjähriger Abstinenz wieder in die höchste Kreisklasse zurück und sind nach dem 3:2-Auswärtserfolg beim direkten Konkurrenten SG Landscheid einen Spieltag vor Ende der Saison Meister in der Kreisliga B II.

Werner Feyen und Stürmer Frank Polinski haben mehrere Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel sind sie dreimal gemeinsam aufgestiegen. Mit dem TuS Platten, der SG Liesertal und jetzt mit dem SV Zeltingen Kreisliga A. Diesen letzten Triumph haben sich alle Zeltinger redlich verdient. Zur Winterpause hatten viele sie schon abgeschrieben, als sie Tabellendritter waren und die SG Landscheid und der FC Kinderbeuern bereits fünf Punkte Vorsprung hatten. Doch mit spielerischer Qualität und Kampfgeist kamen die Moselaner heran und holten zudem die "Big-Points". Bis tief in die Nacht dauerten gestern wahrscheinlich die Aufstiegsfeierlichkeiten im Gasthaus des Bruders von Meistertrainer Werner Feyen. Spontan organisierten die Spieler aber schon eine Jubelfeier nach dem Spiel und servierten den Meistersekt aus überdimensionalen Magnum-Flaschen. Der eigentlich zurückhaltende Trainer Werner Feyen genoss das Bad in der Menge und lag sich mit seinen Aufstiegshelden minutenlang in den Armen. Das "Finale furioso" gegen die SG Landscheid hatte gleich mehrere Höhepunkte. Vor allem in der ersten Hälfte überschlugen sich die Ereignisse. Der bereits vor dem Spiel aus privaten Gründen gekündigte Landscheider Trainer Jürgen Dinchel kannte nur ein Ziel: "Ein frühes Tor und mit Sieg die eigenen Titelchancen wahren." Seine Gedanken wurden von seinen engagierten Spielern gehört, und nach exakt 46 Sekunden schlug es zum ersten Mal im Zeltinger Kasten ein, als Regisseur Thomas Schäfer traf. Ein nächster Paukenschlag hätte die Partie beinahe in eine andere Richtung laufen lassen: Als Michael Schlösser im Strafraum zu Fall kam und der etwas übermotivierte Michael Schmitz das Leder in die Wolken jagte, setzte die Kehrtwende ein. "Sicherlich hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen. Doch der verschossene Elfer machte uns stark", sagte Werner Feyen hinterher. Als Frank Polinski auf der Gegenseite ebenfalls im Strafraum gelegt wurde und Max Keller zum Ausgleich verwandelte (14.), war der bisherige Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Es entwickelte sich eine hoch klassige, schnelle und vor allem spannende Partie. Der Tabellenführer kombinierte direkt und schnell und hebelte so die Landscheider Hintermannschaft aus. Nach 20 Minuten stand stand Keller erneut da, wo ein Torjäger stehen muss, und staubte zum 2:1 ab (20.). Anschließend verpasstem Schlösser per Kopf und Schmitz per Freistoß nur um Haaresbreite das Ausgleichs-Tor für die Landscheider. Der Treffer fiel dafür auf der anderen Seite: Dennis Schwaab zog aus 20 Metern ab und versetzte die mitgereisten Fans in kollektiven Jubel (29.) - 3:1. Nach dem Wechsel kam Landscheid mit frischem Schwung aus der Kabine und hatte auch im Mittelfeld ein Übergewicht, doch Torchancen blieben Mangelware. Mehr als der Anschluss-Treffer von Schlösser nach 65 Minuten war für die Hausherren aber nicht mehr drin, auch wenn sich Kapitän Augello ins Angriffsspiel einschaltete. Trainer Dinchel sprach am Ende von einem "verdienten Sieg der Zeltinger. Sie waren einfach bissiger. Macht Schmitz den Elfer rein, läuft das Spiel vielleicht anders. Dennoch wollen wir über die Relegation unsere zweite Chance nutzen".Landscheid: Engel - Schmitz - E. Kefer, Augello, Piltz (29. Henkes) - Marx, A. Kefer (70. Dietz), Oster, Schäfer - Schlösser, Schappo (46. Kollay)SV Zeltingen: Haubs - S. Busch - Roth, Schmitz, Senftinger (80. Ehses) - Greis, Schwaab, M. Busch, Mika - Polinski (46. Müller), Keller.Tore: 1:0 Schäfer (1.), 1:1 Keller (14., Foulelfmeter), 1:2 Keller (20.), 1:3 Schwaab (29.), 2:3 Schlösser (65.) Schiedsrichter: Mario Mayer (Daun). Zuschauer: 250.