| 21:07 Uhr

SPIEL DES TAGES: Verfolgerderby mit Brisanz

Wie schon in den vergangenen Duellen steckt aus diesmal wieder eine Menge Brisanz im Derby zwischen dem FC Kinderbeuern und dem SV Zeltingen. Vor drei Jahren endete das Spiel (hier mit Roland Ingenfeld, links gegen Zeltingens Thorsten Kien) ohne Sieger. Foto: TV-Archiv/Hans Krämer
Wie schon in den vergangenen Duellen steckt aus diesmal wieder eine Menge Brisanz im Derby zwischen dem FC Kinderbeuern und dem SV Zeltingen. Vor drei Jahren endete das Spiel (hier mit Roland Ingenfeld, links gegen Zeltingens Thorsten Kien) ohne Sieger. Foto: TV-Archiv/Hans Krämer
KINDERBEUERN. Beide Mannschaften mussten am vergangenen Wochenende 1:2-Niederlagen hinnehmen. Und beide Teams zählen zum Verfolgerkreis von Spitzenreiter Landscheid. Umso mehr ist zwischen Kinderbeuern und Zeltingen ein Sieg gefragt, um dranzubleiben. ARRAY(0x117601198)

Unerwartet war die Kinderbeuerer Niederlage gegen die SpVgg Minderlittgen in jedem Fall. Denn nach vier Siegen und einem Remis war der FCK auf dem besten Weg nach oben, spielten teilweise überzeugenden Angriffsfußball. Doch Spielertrainer Volker Scherrer verweist auf die Tatsache, dass "ein vollkommen unerfahrener, junger Schiri nicht immer ein glückliches Händchen hatte. Dennoch kann man in Minderlittgen verlieren, denn die sind sehr stark geworden". Der 32-Jährige Scherrer, in seinem fünften Jahr beim kleinen FCK, muss auf den gesperrten Sascha Dietz sowie auf Florian Barzen und Christian Kappel verzichten. Bis auf Michael Neidhöfer, der derzeit Ergänzungsspieler ist, sind alle Neuzugänge integriert. Der mit 18 Spielern größer gewordene Kader verfügt über eine ganze Reihe erfahrener Akteure. Mit Keeper Dominik Henchen, Abwehr-Ass Thomas Vogt und den Offensivkräften Torsten Neidhöfer, Udo Oster und Richard Kaufmann hat die Abteilung Kreativität an Qualität zugelegt. Da Scherrer beruflich oft stark eingespannt ist und unter der Woche nicht immer das Training leiten kann, springt der aus Neuerburg zurückgekehrte Torsten Neidhöfer als Co-Trainer ein und erfreut sich einer guten Trainingsbeteiligung. Scherrer selbst kam über die Jugendstationen Zeltingen, Reil und Kröv sowie danach in seinen ersten drei Seniorenjahren in Reil nach Kinderbeuern, fühlt sich dort pudelwohl und baut derzeit eine sich über Jahre hinweg kontinuierlich entwickelnde Truppe auf. "Was schade ist, ist die Tatsache, dass wir in Kinderbeuern ab der C-Jugend keine eigene Jugendabteilung mehr haben und die älteren Jahrgänge in Kröv oder Wittlich spielen. In unserem kleinen Dorf mit etwa 800 Einwohnern fehlen halt junge Fußballer", sagt Scherrer, der vor Jahren mit Reil den Aufstieg in die A-Liga schaffte und vorher mit der JSG Kröv in die Landesliga aufstieg. Der in Reil mit Ehefrau Sandra wohnende Modellathlet strebt am Sonntag einen Sieg an, auch wenn es im Sturm noch Aufstellungsprobleme gibt. Der SV Zeltingen gab sich mit der 1:2-Heimniederlage gegen den TuS Kröv eine Blöße, ist aber insgesamt gut in diese Saison gestartet. Die fast 40-jährigen Berni Franzen und Bernd Jakoby beendeten ihre Laufbahn, Stefan Ehses und Malte Bölinger machen ein Jahr beruflicherseits Pause. Also wurden vier Youngster ins Team eingebaut, die in ein, zwei Jahren Leistungsträger sein sollen. Trainer Werner Feyen schmiedet in seinem dritten Jahr in Zeltingen große Pläne, will über Jahre Kontinuität und Spielkultur in die Mannschaft bringen und mittelfristig in die A-Liga aufsteigen. "Natürlich machen wir derzeit einen Umbruch durch, doch wir haben genügend erfahrene Leute, die die Jungen führen können. Das Problem liegt derzeit noch in der fehlenden Beständigkeit", weiß Feyen, der mit Keeper Ralf Haubst, Neu-Kapitän Michael Roth, Michael Ehses und Newcomer Frank Polinski etliche Routiniers besitzt. Die mittlerweile Mitte zwanzig gewordenen Talente Max Keller, Tim Senftinger, Gordon Greis und Andi Mika drängen nach und übernehmen zunehmend Verantwortung. In Kinderbeuern will sich der SVZ "nicht ins Boxhorn jagen lassen, Paroli bieten und zumindest einen Punkt mit an die Mosel nehmen." Feyen schließt taktische Überraschungen nicht aus, und will über seinen zentral-defensiven Kapitän Michael Roth Dampf nach vorn machen.