SPIEL DES TAGES: Wenn zwei sich streiten...

SPIEL DES TAGES: Wenn zwei sich streiten...

LÜXEM. Vom 2:2 zwischen dem SV Lüxem und dem jetzigen Tabellenzweiten SG Neumagen hat der SV Niederkail profitiert. Neumagen sah gegen Lüxem lange Zeit wie der sichere Sieger aus, zollte aber dem hohen Tempo gegen konditionsstarke Lüxemer Tribut.

Enttäuscht ließ sich Uwe Heinsdorf auf die harte Bank vor dem Lüxemer Kabinentrakt fallen. Sein Blick leer, sein Körper ausgelaugt. Und nach dem 2:2 gegen Lüxem mit folgendem Fazit: "Es sollte nicht sein. Ein 2:0 dürfen wir nie und nimmer hergeben. Jetzt müssen wir zittern und sind auf Morbach angewiesen." Es hätte der Schützenhilfe aus dem Idarwald nicht bedurft, hätte der Spitzenreiter gegen Lüxem das dritte Tor gemacht und danach hinten abgeriegelt. Doch taktische Fehler wollte Heinsdorf als Grund für das Unentschieden nicht gelten lassen. "Wir hatten bei über 28 Grad natürlich Probleme mit der Kondition, aber wir wollten schließlich das entscheidende dritte Tor machen. Dadurch kam Lüxem mit langen Bällen gefährlich nach vorn und wir sahen dabei oft schlecht aus", sagte der Neumagener Spielertrainer.Nur Poltrock zeigt Kabinettstückchen

Sein Pendant Guido Habscheid zeigte sich mit Ergebnis und Spielweise seiner Elf zufrieden und konstatierte, dass "meine Mannschaft kämpferisch zulegte und sich gegen die drohende Niederlage wehrte. Kleifges hätte sogar noch den Sieg heraus schießen können. Obwohl wir nicht aufsteigen, bin ich mit der Saison zufrieden. Nächstes Jahr versuchen wir es wieder." Lüxem fehlten zwei Stammspieler und über weite Strecken fehlten zündende Ideen. Nach dem frühen 0:1 durch Neumagens Kapitän Christian Anderle (6.), als Lüxems Keeper Stefan Pitsch einen tückischen Freistoß-Aufsetzer von Spezialist Klaus Zenzen nicht festhielt, musste der SVL aufmachen, und es ergaben sich Konterräume für die Heinsdorf-Elf. Lüxem wirkte trotz optischer Überlegenheit nervös, leistete sich eine Reihe von Fehlpässen und überbrückte das Mittelfeld zu langsam. Das Spiel des Gastgebers war oft zu linkslastig und die rechte Außenposition mangelhaft besetzt. So hatten es die Neumagener Zenzen und Ralf Matheus nicht allzu schwer, die Lücken zu schließen und ihrerseits Anderle und Johannes Thomas auf die Reise zu schicken. Die temporeiche Partie lebte überwiegend vom Einsatz und vielen Zweikämpfen, denn technische Kabinettstückchen bekamen die Zuschauer lediglich von Rainer Poltrock zu sehen, der mit kurzen Haken und Körpertäuschungen seine Gegner oft ins Leere laufen ließ. Die letzten Minuten der ersten Hälfte gehörten dem SVL, nachdem Faas ins Sturmzentrum gerückt war und Udo Ehlen den Part des letzten Mannes übernommen hatte. Nach der Pause verschärften die Platzherren das Tempo, so dass Neumagen konterte. Einer dieser Konter nutzte der schlitzohrige Kapitän Anderle zum Ausbau der Führung (60.). Doch die Habscheid-Elf steckte nicht auf und reagierte. Ayhan Apaydin verlängerte auf Christoph Kleifges und schon stand es 1:2 (62.). Der SVL kämpfte jetzt, setzte nach, hatte jedoch zu wenig Kreativkräfte in seinen Reihen, denn gefährlich wurde es nur dann, wenn lang und schnell nach vorn gespielt wurde. Als sich jedoch Heinsdorf und Keeper Lörsch gegenseitig behinderten, traf Kleifges zum 2:2 (76.). Martin Eifel und später der eingewechselte Bechtel hätten den Gast erneut in Front bringen können, doch auch Lüxem hatte Chancen zum Sieg. Der allein auf Lörsch zulaufende Kleifges hämmerte das Spielgerät in die Lüxemer Wolken. Folglich war das Remis am Ende ein gerechtes Resultat. Kurz vor Schluss wurden Lüxems Braun und SG-Spieler Eifel noch wegen einer Rangelei mit vom Rasen geschickt. Entscheidend für das Titelrennen wird sein, ob es nächste Woche dem SV Morbach gelingt, dem Fast-Meister Niederkail einen Punkt abzuknöpfen - und die SG Neumagen bei einem Sieg gegen Absteiger TuS Kröv doch noch zum Bezirksligisten zu machen.

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