SPIEL DES TAGES : Zur Rocknacht gezittert

SPIEL DES TAGES : Zur Rocknacht gezittert

THALFANG. Mit einem blauen Auge davon gekommen sind die Sportfreunde Thalfang mit dem 1:0 gegen Gornhausen. Fivor Ogide brachte die Hochwälder bereits nach einer Viertelstunde auf die Siegerstraße.

Das wegen der Thalfanger Rocknacht vorverlegte Spiel wurde für die Sportfreunde zwar zum Erfolgserlebnis, aber auch zum Zittersieg. Gegen mutig aufspielende Gäste fand Thalfang lange Zeit keine geeigneten Mittel, um bereits frühzeitig die Frage nach dem Sieger zu beantworten. So fand Trainer Johannes Kaiser auch die passenden Worte: "Natürlich war es entscheidend, dass wir gewonnen haben, doch wie wir den Sieg erspielt haben, kann mich nicht zufrieden stellen. Unverständlich, warum wir nach dem Führungstor einen Gang heraus nahmen und den Gegner stark machten." Dabei fing es so gut an für die Hausherren, die personell aus dem Vollen schöpften: Nach einem feinen Solo von Fivor Ogide hatte Thalfang die erste dicke Gelegenheit. Gornhausens Coach Gerhard Schommer hatte zwar drei zuletzt angeschlagene Defensiv-Spieler wieder dabei, musste aber den Ausfall von Torjäger Mario Schnitzler verkraften. So fehlte dem mutig spielenden und immer dagegen haltenden FCG ein Vollstrecker. Die Kaiser-Elf beeindruckte in den ersten 25 Minuten, in denen auch das letztendlich goldene Tor gelang. Der gut aufgelegte Christian Schnettler hatte nach zwölf Minuten eine zündende Idee, sein Freistoß erreichte zentimetergenau Ogide und dieser schob aus der Drehung zur frühen Führung ein. Genau das wollten die Gäste vermeiden, die ihre Defensive nun zwangsläufig mehr öffnen und offensiver agieren mussten. Ein Freistoß von Rainer Ruster an den Pfosten deutete die Stärke bei Standards an. Dennoch geriet die Gornhausener Abwehr zunehmend in die Bredouille. Besonders Björn Fetzer und Timo Schömer setzten den Abwehrspielern immer wieder zu. Auch in der Folgezeit blieben die Sportfreunde die dominante Mannschaft, versäumten es aber, zwingende Akzente zu setzen, denn gute Chancen besaßen sie danach nicht wirklich. Gelegentlich versuchte der FC, sich nach vorn zu orientieren, agierte aber oft zu ungenau und glücklos. Ogide hätte kurz vorm Halbzeitpfiff die Führung ausbauen können, auf der anderen Seite machten Rene Kallenberg und Ruster Dampf. Nach der gutklassigen ersten Hälfte flachte die Partie ab. Das lag auch daran, dass die Gastgeber zu statisch und einfallslos agierten. Rusters Geschoss fischte Torwart Thomas Kräwer gerade noch so aus dem Winkel - das 1:1 wäre verdient gewesen. Danach verloren beide Mannschaften vollends ihre Linie. Fehlpässe en masse, ungeschickt geführte Zweikämpfe, viel Leerlauf und zu viele Pfiffe von Schiri Torsten Engel. Die letzten 25 Minuten gehörten den Gästen, die durch Roland Müller, Rainer Bastian und Kallenberg enormen Zug zum Tor entwickelten. Zwar hatte Timo Schömer das 2:0 auf dem Fuß, doch dem Ausgleich war der FCG sehr nahe. Rusters Freistoß kurz vor Schluss war aber die letzte Chance für einen FC Gornhausen, der sich gut verkaufte. "Man hat nicht gesehen, dass ein Aufstiegsaspirant gegen einen Abstiegskandidaten spielte. Alle haben gekämpft, sind aber vom Glück nicht begünstigt worden", sagte Gornhausens Trainer Gerhard Schommer. So zitterten sich die Thalfanger zur Rocknacht.