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Spielen wird teurer

 Damit die lieben Kleinen auch in Zukunft unbeschwert im Kindergarten spielen können, müssen ihre Eltern tiefer in die Tasche greifen.Foto: TV -Archiv/Joachim Schröder
Damit die lieben Kleinen auch in Zukunft unbeschwert im Kindergarten spielen können, müssen ihre Eltern tiefer in die Tasche greifen.Foto: TV -Archiv/Joachim Schröder
TRIER-SAARBURG. Ab dem 1. April müssen die Eltern von Kindergartenkindern im Kreis tiefer in die Tasche greifen. Ihre Beiträge werden erhöht. Von unserem Redakteur <br>ANDREAS JACOB

Zwischen drei und zwölf Euro pro Kindergartenplatz und Monat müssen die Eltern mehr berappen. Berücksichtigt wird bei der Erhöhung, ob ein Teilzeit- oder Ganztagsplatz in Anspruch genommen wird und wie viele Kinder einer Familie die Tagesstätte besuchen. So muss eine Familie mit einem Kind im Kindergarten für einen Teilzeitplatz ab dem 1. April 87 statt 75 Euro im Monat bezahlen. Eine Familie mit drei Kindern (davon zwei Kinder im Kindergarten) bezahlt gestaffelt für das erste Kind 29 Euro (25 Euro) und für das zweite 23 Euro (19 Euro). Familien mit vier und mehr Kindern bezahlen keine Elternbeiträge. Nachdem das Thema schon bei den Haushaltsberatungen des Kreises im Dezember eine Rolle gespielt hatte, wurde die Erhöhung nun in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses beschlossen - allerdings nicht einstimmig. Die SPD hat sich gegen die Erhöhung ausgesprochen. "Die Familien sind genug belastet", sagte SPD-Fraktionschef Alfons Maximini (Konz). Die SPD habe schon im Dezember andere Vorschläge präsentiert, um die finanziellen Probleme, die der Kreis insgesamt hat, aufzufangen. Er teilt nicht das Argument von Kreisverwaltung und CDU, dass die Erhöhung notwendig sei, um "das anerkannt gute Angebot" in den 75 Kindergärten im Kreis nicht nur beibehalten, sondern noch bedarfsgerecht ausbauen zu können. "Die Erhöhung wurde beschlossen, um den Etat auszugleichen; mit Standards hat das nichts zu tun", meinte Maximini. Notfalls höheres Defizit

Ähnlich argumentieren die Bündnis-Grünen, die eine Erhöhung ebenfalls ablehnen, jedoch keinen Sitz im Ausschuss haben. "Die Familien sind finanziell genug belastet", sagte Sprecher Paul Port (Reinsfeld). An anderer Stelle im Haushaltsplan müsse gespart werden. Notfalls müsse der Kreis ein höheres Defizit in Kauf nehmen. Für CDU-Kollege Rudolf Müller (Welschbillig) ist die Erhöhung unumgänglich, um die bedarfsgerechte Betreuung auch weiterhin anbieten zu können. Denn die Zuschüsse des Kreises zu den Personalkosten für die Kindergärten seien über die Jahre hinweg "drastisch" gestiegen - von 1,7 Millionen Euro in 1984 auf 6,7 Millionen Euro in 2001. Im Übrigen sei zu berücksichtigen, dass der Kreis den vom Land vorgegebenen Höchstsatz von 17,5 Prozent Elternbeitrag nicht ausschöpfe, sondern lediglich von 15,5 Prozent auf 16,5 Prozent erhöht habe. "Wir waren gegen die Erhöhung auf 17,5 Prozent", sagte Hugo Kohl (Leiwen), Fraktionschef der Freien Wählergruppe. Die beschlossene Anhebung auf 16,5 Prozent nehme Rücksicht auf die finanzielle Belastung der Familien und auf die "Finanzschwierigkeiten" des Kreises, an denen allerdings die "Berliner Republik" schuld sei. Auch Landrat Richard Groß (CDU) ist für die Erhöhung der Elternbeiträge. Denn der Landesrechnungshof habe beanstandet, dass die Beiträge bislang nicht bis zur gesetzlich möglichen Höhe von 17,5 Prozent ausgeschöpft würden. Vor dem Hintergrund, dass der Kreis - wie die meisten rheinland-pfälzischen Kommunen - seinen Haushalt nicht ausgleichen könne, sei es zwingend geboten, auch alle Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen. Zudem müsse die Erhöhung der Elternbeiträge auch vor dem Hintergrund gesehen werden, dass das Land bereits 1998 seinen Zuschuss zu den Personalkosten der Kindergärten von 30 auf 27,5 Prozent gesenkt habe.