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An eine Erfolgsgeschichte anzuknüpfen ist meist kein Fehler. Das scheinen sich auch die Punk-Rocker von Green Day gedacht zu haben, als sie im Mai ihr neustes Werk "21st Century Breakdown" auf den Markt gebracht haben.

Es knüpft nahtlos an das Vorgänger-Album "American Idiot" an, das vor fünf Jahren mit seiner Kritik an der Bush-Regierung für Furore sorgte. Wie "American Idiot" ist auch "21st Century Breakdown" im Stile einer Rock-Oper gehalten, auch wenn die einzelnen Lieder in keinem direkten Zusammenhang miteinander stehen. Im Mittelpunkt stehen die Protagonisten Christian und Gloria, die sich zwischen Unsicherheit und Hoffnung im Amerika nach Bush bewegen.

Musikalisch bietet das Album beim ersten Hören zunächst einige Überraschungen: Wenigstens der Beginn der meisten Lieder ist eher getragen - wer gitarrenlastigen Rock erwartet, dem werden die Klavier-Klänge bei einem Drittel der Lieder doch zunächst seltsam anmuten. Doch bei all der Veränderung, die sich bereits auf der Vorgängerplatte angedeutet hat - Green Day schaffen es auch auf "21st Century Breakdown", sich selbst treu zu bleiben. Ob bei der ersten Auskopplung "Know Your Enemy" oder beim treibenden "Christian's Inferno": Die Handschrift von Frontmann Billie Joe Armstrong ist deutlich zu erkennen.

Daneben bedient sich die Band aus einem großen musikalischen Fundus, lässt Elemente aus Pop, Rock und Beat in ihre Songs einfließen. 18 Lieder mit rund 70 Minuten Spielzeit sind dabei herausgekommen. Insgesamt lehnt sich "21st Century Breakdown" stark an "American Idiot" an und zeigt damit deutlich, wohin die Fahrt für Green Day in der kommenden Zeit gehen soll: Ein bisschen weniger Punk, ein bisschen mehr Mainstream - aber weiterhin Lieder mit Ohrwurmqualitäten. Was will der geneigte Fan mehr? eg

Annegret Schmitt