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Süßer die Handys nie klingeln...

Süßer die Handys nie klingeln...

TRIER. Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch der Geschenke. Und was steht auf den Wunschzetteln der Jugendlichen in Deutschland ganz hoch im Kurs? Mobiltelefone - wie schon in den vergangenen Jahren. Doch Achtung, lieber Weihnachtsmann: Handy ist nicht gleich Handy.

Während für die Sechs- bis Zwölfjährigen noch vorwiegend Spiel- und Bastelsachen unter dem Baum liegen, wünscht sich bei den 13- bis 22-Jährigen mehr als jeder Dritte hochwertige Unterhaltungselektronik wie Mobiltelefone. Doch Handy ist nicht gleich Handy. Eltern müssen die Wünsche ihrer Sprösslinge schon genau kennen, wollen sie sich das Fest der Liebe nicht durch unzufriedene Gesichter vermiesen lassen.Telefonieren ist netter Nebeneffekt

SMS, MMS, UMTS, Mp3 - das Handy ist mittlerweile zum Alleskönner mutiert. Die Digitalkamera im Telefon ist schon Standart. In Südkorea wurde kürzlich das erste Telefon mit Fünf-Megapixel-Kamera entwickelt. Kein Wunder, dass sich viele Käufer bei der Beratung im Fachgeschäft oftmals fragen, ob diese "kleinen Laptops" überhaupt noch eine versteckte Telefon-Funktion besitzen. Dank der neuen UMTS-Technologie kann sich der Handy-Benutzer nicht mehr nur mit seinem Gesprächspartner unterhalten, er kann über Video-Telefonie auch sehen, was Freund oder Freundin gerade so treibt. Diese Spielereien sind es noch nicht einmal, die vor allem die Jugendlichen anziehen. "Die Kids wollen vor allem Mitteilungen schreiben und telefonieren", erklärt Debitel-Promoter Daniel Schley. "Der Rest ist eher Beigabe." Für Jörg Negele, Shopleiter bei "ThePhoneHouse" in Trier, kommen die Wünsche der Jugend nach aktuellen Klingeltönen und Bildmitteilungen hinzu. "Jeder will natürlich den aktuellsten Klingelton vorweisen können - auch wenn das ins Geld gehen kann." Dass die Masche mit den Sounds und Logos wunderbar funktioniert, ist täglich auf vielen Fernsehsendern zu sehen, bei denen es von piepsenden Werbespots mit "bekloppten" Fröschen oder Ähnlichem geradezu wimmelt. Beim Thema Geld kommen vor allem die Eltern ins Spiel: "Die achten darauf, dass die ganze Sache nicht zu teuer wird. Funktionalität und Preis-Leistung sind für die ältere Generation die wichtigsten Kriterien", sagt Schley. Um die Kinder nicht zu enttäuschen, bringen viele Eltern ihre Söhne und Töchter auch gleich zum Kauf mit in den Laden. "Die Kids sind normalerweise sehr viel besser informiert als ihre Eltern und wissen auch direkt, was sie wollen", weiß Negele zu berichten. Erwachsene, die ihre Kleinen dennoch überraschen wollen, kommen ins Geschäft und "outen" sich oft schon zu Beginn der Beratung als "Handy-Laien", sie überlassen den Profis das Familienglück unterm Baum. "In diesem Jahr sind vor allem die Modelle von Samsung, Siemens und Nokia angesagt", weiß Negele. "Aber auch andere Modelle gehen ganz gut. Wir sind insgesamt zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft." Zumal die Läden auch nach den Feiertagen einen Run erwarten dürfen: "Dann haben die Teenager Geld von der Oma bekommen und kaufen sich dafür ein Handy", hofft er.