Tschüss Showeffekt!

Tschüss Showeffekt!

TRIER. (dpa/red) Der Motor röhrt, der Auspuff knattert verheißungsvoll – Geräusche, bei denen das Herz vieler Tuningfans höher schlägt. Doch jetzt gibt's für Autobastler schlechte Nachrichten: Die EU plant einheitliche Regelungen für Anbauteile und Räder – das könnte für manche Bastelei das Ende bedeuten.

Auch wenn die EU von Trier, Eifel und Mosel ein ganzes Stück entfernt zu sein scheint - manchmal ist sie näher, als man denkt. Etwa dann, wenn sie sich des Bereiches des Automobil-Tunings annimmt: Ab dem Jahr 2008 soll es europaweite Richtlinien für einen großen Teil der Veränderungen am Fahrzeug geben. Das beträfe natürlich auch Autofreaks in der Umgebung. Hintergrund der Pläne ist die Idee, ein Verbot für bestimmte Teile auszusprechen, die eine Gefahr für Sicherheit und Emissionen eines Fahrzeugs darstellen. Viele Tuner nähmen beispielsweise für mehr Leistung einen erhöhten Abgasausstoß in Kauf. Das könnte nun eingeschränkt werden. Roger Eggers, Sachverständiger des Tüvs Nord sieht noch einen weiteren Bereich, der künftig erfasst sein dürfte: "Beim Thema Beleuchtung ist es recht wahrscheinlich, dass dieser Punkt mitaufgenommen wird." Unsachgemäße Veränderungen an der Lichtanlage stellen eine Gefahr im Straßenverkehr dar. Möglich ist auch, dass Sitzbezüge in die Liste aufgenommen werden - wegen der verbreiteten Seitenairbags in den Sitzen. Grund für die hiesigen Autobastler, schon jetzt an der Fortführung des geliebten Hobbys zu zweifeln, gibt es aber nicht: Manches scheint nämlich zunächst schlimmer, als es später tatsächlich ist. Das gilt etwa für eine andere europäische Regelung, die bereits Realität ist. Dabei geht es um die Räder des Autos - gerade auch im Hinblick auf Nachrüsträder. Hier befürchteten viele, dass ein Umrüsten auf schicke Leichtmetallfelgen nicht mehr erlaubt sein könnte. "Für den Einsatz von solchen Nachrüsträdern hat sich aber im Grunde gar nichts geändert", fasst Harald Schmidtke, Sprecher des Zubehör- und Rad-Anbieters Zender in Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen), zusammen. Und so gibt es noch Hoffnung für alle Freizeitbastler, die auf den Showeffekt und einen perfekten Auftritt ihres Fahrzeugs setzen.