Über die Feindesliebe

Über die Feindesliebe

Ich stöbere gerne in unterschiedlicher Literatur auf der Suche nach interessanten Texten zu den Themen Religion, Astronomie (nicht Astrologie), Philosophie und Psychologie. Mich interessieren die verschiedensten Ansätze.

Dabei fasziniert mich unter anderem immer wieder die Brillanz der Menschenkenntnis des Jesus von Nazareth in seinen Gleichnissen. Ein Beispiel aus unserem Alltag: "Den Splitter im Auge Deines Bruders erkennst Du, den Balken vor Deinen eigenen Augen aber nicht." Oder: "Wer sich frei von Schuld empfinde, werfe den ersten Stein." Womit ich mir immer schwer tue, ist die "Sache" mit der Feindesliebe. Ganz banal gefragt: Wieso soll ich jemandem zugeneigt sein, der mir vorsätzlich schadet? Lassen Sie mich den Begriff Feind auf Widersacher "umtaufen". Bekannte und Freunde mag man, weil sie unter anderem eine gewisse soziale Sicherheit bieten. Was "bietet" mir aber jemand, der mir gegenüber missgestimmt ist? Eigentlich ist die Antwort ganz schlicht: Ich bekomme die Chance, Geduld zu üben, und Herr meiner negativen Gefühle zu werden. Ein verhinderter Kampf ist ein wirklicher Sieg. Ich glaube, diese Sicht zu üben, ist eine lebenslange Aufgabe. Die größten Widersacher sind oft die größten Lehrmeister! Sie fördern unsere persönliche Entwicklung. Stefan Pigulla Berater für Sozialberufe www.wsb-pigulla.de