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Unser Freund, der Baum

Ui, wie spannend: Die „Waldkinder“ der Wiltinger Kindertagesstätte verbringen viel Zeit draußen. Drei Mal in der Woche sind sie außerhalb des Klassenzimmers unterwegs.TV-Foto: Monika Kewes
Ui, wie spannend: Die „Waldkinder“ der Wiltinger Kindertagesstätte verbringen viel Zeit draußen. Drei Mal in der Woche sind sie außerhalb des Klassenzimmers unterwegs.TV-Foto: Monika Kewes
Der Fantasie wachsen Flügel, das Wissen über den natürlichen Lebensraum wird spielend erweitert. Das ermöglicht die Kindertagesstätte St. Martin in Wiltingen den Kindern ihrer "Waldgruppe". Von unserer Redakteurin Monika Kewes

Wiltingen. Raus aus den vier Wänden, rein in die Natur. So heißt es drei Mal in der Woche bei den "Waldkindern" der Wiltinger Kindertagesstätte. Dann gehen sie mit ihren Pädagoginnen Patricia Kohl und Martha Stelzl auf Entdeckungsreise. Mit kleinen Wanderschuhen und robuster Allwetterkleidung, der Schlamm und Schmutz nichts anhaben können, stapfen 23 Kinder ab vier Jahren drei Mal die Woche in den Wiltinger Wald. Schutz bietet dort ein Bauwagen. Meistens allerdings ist die Gruppe in der Natur unterwegs, wo es viel Spannendes zu erleben gibt.Großes Wissen über den Wald

Dort wartet beispielsweise ihr Baum-Freund "Lärchi" auf die kleinen Besucher und flüstert ihnen Geschichten über das Waldleben. Außerdem gibt es noch viel mehr zu entdecken und zu bestaunen: Schnecken, Äste, die vom Sturm auf die Wege gefegt wurden, Käfer, Pflanzen, Federn und vieles mehr. Dabei lernen sie ganz spielerisch viel über ihre Umwelt. "Die Natur ist ein pädagogischer Raum", erklärt Patricia Kohl. Darüber hinaus sei die Ruhe im Wald für viele Kinder sehr angenehm. Und auch das Zusammenspiel der Gruppe funktioniert draußen besonders gut, schildert die Erzieherin ihre Erfahrungen.Ein Mädchen bestaunt beispielsweise einen großen Fingerhut, an dem die Gruppe regelmäßig vorbei spaziert. "Der ist schon größer als die Distel", hat sie beobachtet. "Der ist schon größer als ich", stellt ein anderes "Waldkind" erstaunt fest. Ihr Wissen teilen die Kleinen auch gerne mit Journalisten: "Du musst aufpassen, die sind giftig", warnt eins der Kinder ganz fürsorglich.Römische Nägel und Tonsachen gefunden

Immer wenn die "Waldkinder" unterwegs sind, entdecken sie Neues. Eine beliebtes Ziel bei den Entdeckungsreisen ist beispielsweise eine "Stelle, wo die Römer gelebt haben", wie Tim Thelen berichtet. Dort haben sie schon einige Schätze gefunden, beispielsweise einen römischen Nagel. Der Nachwuchsforscher Tim Burg hat sich für die Suche mit einem kleinen Pinsel ausgerüstet, "damit wir Schätze besser finden können", wie er erklärt. Im Fernsehen hat er Archäologen bei der Arbeit beobachtet. Und was die können, können die Kinder in der Wiltinger Kindertagesstätte schön längst. Römische Tonsachen haben sie außerdem gefunden, die sie im Museum abgeben wollten. Allerdings hat man ihnen dort gesagt, dass sie die Sachen auch im Kindergarten behalten und ausstellen können, damit ihre Freunde sie dort bestaunen können. Bald wird die Reise die Kinder mal wieder vom Wald in die Stadt führen: In Trier machen sie sich mit dem Leben der Römer vertraut.Dort, wo die Römer im Wiltinger Wald ihre Spuren hinterlassen haben, legen nun die Kindergartenkinder ihre Frühstückspause ein. Auf Baumstämmen nehmen sie Platz und packen fröhlich ihre Brote aus. Die Freude, die sie an dem naturnahen pädagogischen Programm haben, schlägt sich auch in den Rückmeldungen der Eltern nieder. "Die Anfrage ist immer noch größer als wir Kinder mitnehmen können", berichtet Martha Stelzl.