Vergebliches Warten

Vergebliches Warten

Wechselbad der Gefühle für den sehbehinderten Leichtathleten Jörg Trippen-Hilgers bei den Weltmeisterschaften in São Paulo: Im Fünfkampf wurde er Fünfter, aber die Staffel patzte.

São Paulo. (teu) Verdreht waren die Wettkampf-Resultate des 36-jährigen Jörg Trippen-Hilgers vom SFG Bernkastel-Kues bei den Sehbehinderten-Weltmeisterschaften. Mit der deutschen 4-x-100-Meter-Staffel wollte Trippen-Hilgers eine Medaille und die Norm für die Paralympischen Spiele. Doch zu seinem Einsatz als dritter Läufer kam er erst gar nicht. Der zweite deutsche Läufer, Thomas Schröter, hatte den Zuruf eines brasilianischen Betreuers falsch gedeutet, war zu früh los — und über das Ende der Wechselraums gelaufen — Disqualifikation. "Ich bin Gott sei Dank über den Fünfkampf im B-Kader", erklärt Trippen-Hilgers, dass das Staffel-Aus für ihn keine allzu großen Konsequenzen hinsichtlich Peking 2008 hat. Beim Einlaufen für den Fünfkampf außerhalb des Stadions sei er zwar fast von einem Polizeiauto umgefahren worden. "Aber dadurch war mein Adrenalinspiegel hoch und ich hellwach", erzählt er. Mit 6,29 Metern im Weitsprung startete er gut in den Wettkampf. Nach zwei ungültigen Speerwurf-Versuchen begann beim dritten Anlauf allerdings das Zittern. Das 800-Gramm-Gerät landete nur bei 39,80 Metern. Nach der Mittagspause ließ Trippen-Hilgers mit 11,90 Sekunden über 100 Meter eine persönliche Jahresbestzeit folgen. Mit 36,57 Metern im Diskuswurf schob er sich an die dritte Stelle. Den abschließenden 1500-Meter-Lauf bewältige er so schnell wie seit sechs Jahren nicht mehr in 5:29,17 Minuten, so dass er lediglich zwei Plätze verlor und mit 2758 Punkten die A-Norm für die Paralympics nur um zwölf Zähler verfehlte. Im Diskuswurf schaffte er als Siebter mit 37,41 Metern noch einmal den Sprung aufs verlängerte Siegertreppchen.