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Vom Eisverkäufer zum Schreiner

Vom Eisverkäufer zum Schreiner

TRIER. Was tun nach der Schule? Welche Ausbildung ist für mich die richtige? Wie sind die Aussichten in meinen Traumberuf? Diese und noch mehr Fragen beschäftigen Jugendliche am Ende ihrer Schulzeit. In den kommenden Wochen gibt der TV jeweils donnerstags Antworten darauf und stellt verschiedene Ausbildungsberufe vor.

Michael wollte früher Eisverkäufer werden - wie seine große Schwester. Damals war er fünf und die Schwester das große Vorbild. Heute ist Michael 14, die Schwester hat eine Banklehre hinter sich, von Vorbild kann keine Rede mehr sein und seine Vorliebe für Eisverkäufer hat Michael auch geändert. "Am liebsten würde ich nach der Schule Schreiner werden", sagt der Achtklässler, der eine Regionalschule besucht. Im Sommer steht für ihn und seine Klassenkameraden das erste Berufspraktikum auf dem Ausbildungsplan, zwei Wochen lang wird er in der Praxis testen können, ob sein Traumjob ihm Spaß macht. In der vergangenen Woche stand jedoch zuerst einmal für die achten Klassen seiner Schule ein Besuch im Berufsinformations-Zentrum (Biz) der Agentur für Arbeit in Trier auf dem Stundenplan. "Wir konnten im Computer oder in verschiedenen Mappen nach Informationen über unsere Traumberufe suchen", sagt Michael. Seine Zwillingsschwester Lisa ergänzt: "Die verschiedenen Informationen zu den Berufen waren ziemlich interessant. Vor allem am Computer und in den Filmen zu den Berufen hat man viel erfahren." In einem einführenden Gespräch hatte ihnen vorher eine Berufsberaterin erklärt, woher sie welche Infos bekommen. "Die Informationen, die wir brauchen, konnten wir uns mitnehmen", sagt Michael. Auf den Merkblättern stehen alle Infos zu Ausbildungsvergütung, Ausbildungsdauer, benötigtem Schulabschluss, Weiterbildungsmaßnahmen oder ähnlichen Berufen. Michael und Lisa wussten vorher, welche Berufe sie sich im Netz anschauen wollten. Aber auch für alle anderen ohne kon- kreten Traumberuf ist das Biz eine wichtige Anlaufstelle. In einem Computer-Test können die Jugendlichen Vorlieben, Wünsche und Interessen angegeben. Eine Auswertung zeigt ihnen dann, welche Berufe dazu passen. "Diesen Test können die Jugendlichen aber nicht nur an unseren Computern machen. Im Internet ist er auf unserer Homepage www.arbeitsagentur.de unter dem Link Berufe.net zu finden", erklärt Manfred Herber, Leiter des Biz. "Aber nicht nur zu Hause oder bei uns im Biz, sondern auch in jeder anderen Geschäftsstelle stehen dafür Computer während der Öffnungszeiten zur Verfügung." Hat man dann einen passenden Ausbildungsberuf gefunden, lohnt sich auf jeden Fall der Besuch bei einem Berufsberater im Biz, um mehr Infos oder sogar freie Ausbildungsplätze vermittelt zu bekommen. Einen Termin beim Berufsberater im Biz bekommen Jugendliche unter der Telefonnummer 0651/2055000.Praktika helfen beim Berufseinstieg

Außerdem rät Manfred Herber den Jugendlichen dazu, viele Praktika zu machen, "notfalls auch in den Ferien. Das bringt auf jeden Fall etwas. Auch, wenn man danach nur weiß, dass dieser Beruf nicht das richtige ist". Grundsätzlich könnten die Jugendlichen in fast jedem Beruf ein Praktikum machen, jedes Unternehmen, das ausbilde, biete Praktika an. Auch Michael denkt darüber nach, außer dem Schulpraktikum als Schreiner noch ein freiwilliges in den Ferien zu machen: "Dann kann ich besser abschätzen, was mir gefällt. Es gibt auch noch andere Berufe, die sich interessant angehört haben." Eisverkäufer war da allerdings nicht dabei. Wie bewerbe ich mich richtig? Was muss ich beachten? Was ist wichtig im Vorstellungsgespräch? Mehr dazu in der nächsten Folge der TV -Ausbildungsserie auf der nächsten Szene-Seite.