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Vom Tanz auf den Pedalen nichts verlernt

Vom Tanz auf den Pedalen nichts verlernt

Vor mehr als 20 Jahren bot ihm der weltgrößte Automobilhersteller den Weg in die große Rallye-Zukunft. Doch Udo Schmidt gab Toyota einen Korb. Heute ist der Mann aus Thalfang wieder zurück.

Thalfang. (jüb) Saar-Pfalz-Rallye rund um Freisen, Ende März. Auf der Wertungsprüfung bei Baumholder ist auch ein orangefarbener BMW 318 dabei. Das Kennzeichen "WIL - UZ" weist den Piloten aus. Nach mehr als 20 Jahren hat Udo Schmidt, genannt "Utzi", wieder den Weg zurück in den Rallyesport gefunden. "Aus Spaß an der Freud'", wie der mittlerweile 46-Jährige beteuert. Aber mit dem gleichen ungebrochenen Ehrgeiz wie in den wilden 80er Jahren.

Damals war der junge Mann aus Thalfang von den ersten Orientierungsfahrten zum Rallyesport gekommen. Schnell stellte sich heraus, dass er Talent hatte. Toyota blieben die Driftkünste des jungen Hunsrückers nicht verborgen, man bot ihm in einem Koblenzer Autohaus einen Job an, der gleichzeitig das professionelle Rallyefahren beinhaltete. Eine schwierige Entscheidung damals für einen jungen Mann, aber "ich gab dann doch schließlich der beruflichen Ausbildung den Vorrang. Wer weiß, ob es im Rallyesport für ganz oben gereicht hätte." Heute ist der Thalfanger Produktionsleiter in einem Werk der metallverarbeitenden Industrie in Idar-Oberstein. Mit der Quertreiberei hatte er eigentlich abgeschlossen, bevor im vergangenen Jahr das Angebot kam, noch einmal hinter das Lenkrad eines Rallyefahrzeugs zu klettern.

Zum Auftakt der Saison zeigte Schmidt, dass er von den Genen der 80er Jahre kaum etwas eingebüßt hat. Deswegen wird er in Zukunft auf seiner bajuwarischen Heckschleuder wieder unterwegs sein, und die Fans an der Strecke werden ihn mit dem gewohnten lang gezogenen Schlachtruf anfeuern: "Utziiiiiii!"