Weltkriegserlebnisse aus erster Hand

Weltkriegserlebnisse aus erster Hand

Der Verein Trierisch zeigt in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Trier, dem Stadtarchiv und dem Stadtmuseum Simeonstift eine Ausstellung, in der Feldpostkarten und -briefe von zwei Trierer Soldaten die Schrecken und Gräuel des Ersten Weltkrieges veranschaulichen.

Trier. Nur etwa 20 Menschen kommen zur Eröffnung der Weltkriegsausstellung ins Foyer der Volkshochschule (VHS) Trier. "Ich hätte mir dreimal so viele Besucher gewünscht", sagte Ralf Kotschka, der für die Ausstellungs-Konzeption verantwortlich zeichnet.
Die Korrespondenz der beiden Soldaten, die beide in dem Krieg ums Leben kamen, nach Trier zu holen, habe umfangreicher Recherchen bedurft. So lagerte die Post von Leo Scheuer, Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie, bei seinen Hinterbliebenen in Israel. Und der Verein Trierisch stellte die Kontakte zur Familie von Hans Hammerstein, Schlosser aus Ehrang, her, die im Rheinland lebt.Übersichtliche Einteilung


Zum besseren Verständnis für die Besucher habe man die Auswahl der Briefe und Karten thematisch in verschiedene Kapitel unterteilt, erklärt Kotschka. Anerkennend äußert er sich über die Unterstützung, die er sowohl im Stadtarchiv wie auch im Stadtmuseum erhalten habe. Allerdings sei es wünschenswert, dass die Fülle des dort lagernden Materials von mehr Personal bearbeitet werde, damit bislang noch unbekannte Dokumente ebenfalls in solche Ausstellungen mit eingebunden werden könnten.
Für den Hausherrn der VHS, Rudolf Fries, ist die Ausstellung ein ausgezeichnetes Beispiel für eine gute Kooperation im Rahmen der Bildungsarbeit, die wiederum von solchen Projekten lebe. Als neuer Leiter des Bildungs- und Medienzentrums werde er alles daran setzen, solche Kooperationen weiter auszubauen.Begleitbuch von fünf Autoren


Das Begleitbuch zur Ausstellung, in dem sich fünf Autoren mit dem Thema "Trier im Ersten Weltkrieg" befassen, stellte Udo Fleck vom Verein Trierisch vor. Sein Dank galt neben den Förderern dem Leiter der Kreisvolkshochschule Trier-Saarburg, Rudolf Müller, der die Herausgeberschaft des Buches übernommen hatte. In allen Briefen und Karten würden die Kriegserlebnisse allenfalls nur angedeutet. Zum einen, weil sich das Massensterben jeder Beschreibung entzog. Zum andern wollte man die Familie nicht belasten. Oder, wie es Leo Scheuer in einem seiner Gedichte aus dem Schützengraben formulierte: "Es tut mir wirklich aufrichtig leid, dass ihr so oft beunruhigt seid."
Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Oktober im VHS-Foyer zu sehen.