1. Archiv

"Wir sind noch im Umbruch"

"Wir sind noch im Umbruch"

Erst befand man sich im sportlichen Niemandsland, jetzt will man oben angreifen: Die SG Neumagen empfängt Spitzenreiter SG Reil zum Hit des Spieltages.

Neumagen. Die Liga ist ausgeglichen wie nie. Tabellenführer SG Reil, derzeit in dynamischer Folge mit Morbach II und Zeltingen wechselnder Ligaprimus, trennen vom Neunten, SV Gonzerath, gerade einmal fünf magere Pünktchen. Die Lage kann sich angesichts der gegenseitigen Bezwingbarkeit nach zwei Niederlagen dramatisch ändern.So sieht es auch Neumagens Trainer Günther Schäfer, der erkannt hat, dass "dieses Jahr jeder jeden schlagen kann. Natürlich wollen wir da auch dabei bleiben und oben mitmischen." Es sind derzeit nicht die Erfahrenen, die die Musik beim Bezirksliga-Absteiger anstimmen, sondern die Youngster. Fünf 19-Jährige schwingen den Taktstock, sind unverzichtbar geworden. Namen wie Trampert, Scholtes, Dörr, Kaufmann oder Leitzgen haben schon jetzt eine Stammplatzgarantie in Schäfers Team. "Wir sind trotz des guten Tabellenplatzes noch im Umbruch. Dieser Prozess wird sich auch noch ein bis zwei Jahre hinziehen", sagt Schäfer, der seit seinem Amtsantritt an der Mosel der Jugend eine echte Chance gibt. Die Jungen zahlen es mit Leistung zurück. Angesichts des zu erwartenden schweren Spiels gegen Reil geht Schäfer davon aus, dass "wieder einmal die Tagesform entscheiden wird. An einem guten Tag können auch wir Reil schlagen. Wir werden uns nicht auskontern lassen und nicht auf Teufel komm raus stürmen", beleuchtet dieser schon manche taktische Variante. Die bisherigen zwei Niederlagen resultierten aus mangelhaftem Umkehrspiel und naiver Spielweise. Genau da will der Coach ansetzen und den Abwehrverbund bewusst stärken. Mit dem dynamischen Mittelfeld um Bechtel, Eifel, Johannes Thomas und Dörr will man außerdem die Reiler in deren Abwehr beschäftigen und mögliche Fehler cleverer ausnutzen als bisher. Denn "die Chancenverwertung ist eines der größten Probleme bei uns. Wir brauchen einfach zu viele davon, um zu treffen."Die SG Reil hat wohl die auffälligste Entwicklung genommen. Nach schwachen Jahren mit Dauerabstiegsangst hat in Reil das "Jugendsyndrom" positiv eingeschlagen. "Es ist ein anderes Denken spürbar. Die Jungen zeigen eine beachtliche Leistungsbereitschaft und sind zudem extrem lernfähig. Außerdem übernehmen die Führungsspieler mehr Verantwortung", begründet Trainer Volker Scherrer die Leistungsexplosion bei den Moselanern. Der im Juli neu installierte Trainer überzeugt durch eine klare Trainingsgestaltung und sachliche Trainingsmethodik. Die natürliche Autorität stärkt Scherrer den Rücken, auch wenn es zu Rückschlägen kommen sollte. Zudem rekrutiert sich das Gros der Spieler aus dem eigenen Verein. Die Leistungsträger Andreas Thiesen, Volker Angnes, Stefan Stölben und Chrisian Mildenberger führen die jüngeren Spieler vorbildlich. Am Sonntag kann Scherrer personell aus dem Vollen schöpfen: "Wir fahren nach Neumagen, um zu siegen. Der Anspruch ist größer geworden, wenn man aufsteigen will."