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Assassin's Creed 4: Black Flag

Assassin's Creed 4: Black Flag

Freibeuter auf hoher See: Was sich im dritten Teil der "Assassin's Creed"-Reihe bereits zart andeutete, wurde dieses Mal konsequent fortgeführt. Das Ergebnis ist ein fantastisches Piratenabenteuer, das auf ganzer Linie überzeugt.

Vom kleinen Piraten zum gefürchteten Kapitän der Karibik: Genau diese Entwicklung dürfen Spieler im neusten Teil der "Assassin's Creed"-Reihe durchmachen. Was sich geschrieben bereits spannend anhört, wird im Spiel zu einer großartigen Erfahrung. Ubisoft entwickelt die Serie konsequent weiter und hört dabei tunlichst genau auf die Kritik aus den Vorgängern. Das Ergebnis: der wohl abwechslungsreichste und spannendste "Assassin's Creed"-Teil aller Zeiten.

Aus Fehlern gelernt

Ja, ja, das Lob mag vielleicht etwas übertrieben klingen, aber angesichts der Leistung, die die Ubisoft-Studios weltweit vollbracht haben, kann man einfach nur den Hut ziehen. Innerhalb kürzester Zeit haben sie ein neues Spiel entwickelt, das die Serie auf ein neues Niveau hebt. Aus Fehlern lernt man eben. Waren Teil 1 und 2 noch etwas monoton in der Aufgabenstellung, versprüht "Black Flag" einen Ideenreichtum, so dass das Wort "Langeweile" völlig aus dem Vokabular gestrichen werden kann. Auch von Teil 3 hat man gelernt: Die sinnlosen Sammelorgien nach Federn und sonstigem Zeugs sind einer wohl dosierten Suche nach Animus-Bruchstücken, Schatzkisten und -karten, sowie Liedtexten gewichen. Auch auf das Feedback auf die Schifffahrten aus Teil 3 haben die Entwickler gehört und den Fokus deutlich zugunsten der Seeschlachten verlagert - eine tolle Entscheidung.

Große, neue Welt

Ebenfalls neu ist das Open-World-Konzept, dem man sich nun intensiver zuwenden darf. Anstatt die Aufträge nun nach und nach abzuarbeiten, kann jetzt frei entschieden werden, ob nicht eine kleine Ablenkung angebracht sei. Dabei muss man den Entwicklern zugute halten, dass die Nebenaufgaben nie zu einer unübersichtlichen Anzahl anwachsen - bei "Borderlands 2" wäre ich zwischenzeitlich fast durchgedreht vor lauter Nebenquests. Selbst bei manchen Hauptmissionen überlässt euch das Spiel die Entscheidung über das Tempo: Seid ihr beispielsweise auf der Suche nach eurem Auftragsziel, kommt es nicht selten vor, dass ihr während der Reise dorthin auf einen interessanten Ort stoßt. Musste man sich noch im Vorgänger strikt an den Missionsablauf halten, dürft ihr nun euren Forscherdrang gewähren lassen - die eigentlich Mission läuft euch jetzt nicht mehr fort.

Setzt die Segel

Natürlich darf Hauptcharakter Edward Kenway wieder mal auf alle Fähigkeiten eines gut ausgebildeten Assassinen zurückgreifen: Wie schon in den Vorgängern klettert, hüpft und kämpft er sich munter durch die Gegend, dass es eine Freude ist, ihm dabei zuzuschauen. Wer sich einmal an die Steuerung gewöhnt hat, wird keinerlei Probleme mehr mit den akrobatischen Aktionen Edwards haben. Kleiner Tipp am Rande: Solltet ihr noch nie einen Teil zuvor gespielt haben, haltet euch anfangs strikt an die Hauptmissionen - alle Gebiete können nachträglich wieder besucht werden, sodass euch nichts verloren geht. Nach etwa fünf bis sechs Prozent im Spiel habt ihr dann alle kleinen Tricks drauf, die ein echter Auftragskiller benötigt. Das soll nicht heißen, dass ihr danach nichts Neues mehr erlebt - ganz im Gegenteil: Auch nach weit über acht Stunden Spielzeit schafft es Ubisoft immer wieder, mit neuen Spielelementen zu überraschen und bringt dadurch frischen Wind ins Geschehen - großartig.

Wo wir gerade von frischem Wind sprechen: Ein komplett neues Element stellen die Seeschlachten und das Erforschen auf dem Meer dar. Die Karibik und das Piratensetting schreien ja förmlich nach diesem Feature - und Ubisoft hat dies prima gemeistert. Denn bald nennt sich Edward einen stolzen Besitzer seines eigenen Schiffes, der Jackdaw. Das Coole daran: Habt ihr mal keine Lust auf Landmissionen, geht es auf Entdeckungstour über die Wellen - Kämpfe mit den spanischen und englischen Eroberern inklusive. Wer genügend Vorräte erbeutet, kann das Material gleich wieder in die Verbesserung des Schiffs stecken. Habt ihr zu Beginn noch ein leichtes Segelschiffchen, werden sich gegen Ende sämtliche Kapitäne vor eurem Zerstörer fürchten.

Um hier alle sehenswerten Details zu nennen, die das Spiel zu einem einzigartigen Erlebnis machen, fehlt wohl der Platz. Außerdem ist es wesentlich interessanter, die Story am eigenen Leibe zu erfahren - daher gibt es hier auch keine Spoiler dazu. Übrigens ist dieser Teil der Reihe die perfekte Chance für Neulinge, um in das "Assassin's Creed"-Universum einzusteigen - denn ein Vorwissen, wie es bei den anderen Teilen bisher der Fall war, braucht ihr nicht. Die Story kann ohne weitere Kenntnisse voll und ganz genossen werden.

Fazit

Unmengen an Inhalten, eine atemberaubende Optik, sowie etliche verschiedene Missionen, die nie langweilig werden, ergeben ein hervorragendes Gesamtbild. Ich kann nur allen, die auf Piraten und das Karibik-Flair stehen, dringend empfehlen, sich diesen Titel zuzulegen - es lohnt sich. Für stundenlangen Spielspaß - mindestens 20 Stunden - ist gesorgt. Also setzt die Segel und lasst euch verzaubern!

Genre: Action, Abenteuer
Für: Xbox 360, PS3, Wii U, PC // Entwickler/Publisher: Ubisoft
Spieler: 1 // Online: ja // USK: ab 16 Jahren
Internet: http://assassinscreed.ubi.com