Atomkraftwerk Tihange: Bei Störfall auch Eifel in Gefahr

Atomkraftwerk Tihange: Bei Störfall auch Eifel in Gefahr

Das belgische Atomkraftwerk Tihange in der Nähe von Lüttich liegt für weite Teile der Eifel deutlich näher als das französische Cattenom. Bei einem Störfall wäre auch die Eifel in Gefahr.

Der VG-Rat Prüm beriet auf Antrag der SPD über den Katastrophenschutzplan und die Folgen eines Reaktorunglücks für die Region. In einem solchen Fall müsste die Verbandsgemeinde Jodtabletten an Kinder, Jugendliche und schwangere Frauen verteilen lassen.

Eine Wiener Studie, die im Mai bekannt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass im Falle eines Austritts von Caesium 137 aus dem Atomkraftwerk im belgischen Tihange auch die Region Prüm evakuiert werden müsste.

Im Juni beschloss der Kreistag Vulkaneifel eine Resolution, in der die sofortige Abschaltung der Atomkraftwerke Tiihange und im französischen Cattenom gefordert wurde.
Belgien will von 2015 an mit dem Ausstieg aus der Atomkraft Ernst machen. Die künftige Regierungskoalition unter der Führung des wallonischen Sozialdemokraten Elio di Rupo will aber erst später festlegen, wann der erste Reaktor tatsächlich abgeschaltet wird und wie lange es bis zur Stilllegung des letzten dauert. Belgien hat insgesamt sieben Reaktoren in den zwei Atomkraftwerken Doel und Tihange. Der Ausstieg soll von der Verfügbarkeit anderer Energiequellen abhängen. Ebenso wie der Nachbar Deutschland will Belgien nun stärker auf Elektrizität aus Windenergie setzen, die in der Nordsee gewonnen werden soll. (fpl/dpa)

Archiv: Furcht vor Belgiens Alt-Meiler