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Battle Chasers: Nightwar

Battle Chasers: Nightwar

Coole Comic-Grafik trifft auf nostalgisches Spielgefühl: Bei den „Battle Chasers“ könnten Rollenspielfans vom alten Schlag doch tatsächlich weiche Knie bekommen – so eindrucksvoll bedient sich dieses Spiel bei bekannten Genreveteranen.

Zu Beginn des Abenteuers sehen wir unsere Heldentruppe an Bord eines Luftschiffes, welches angegriffen wird und schließlich abstürzt. Dabei wird die Mannschaft voneinander getrennt - typisch für solche Rollenspiele. Der Spieler übernimmt anschließend die Steuerung von Gully, einem kleinen Mädchen mit mächtigen Powerhandschuhen. Grafisch hat mich das Ganze direkt an "Darksiders" erinnert - auch wenn das Spielprinzip hier ein völlig anderes ist. Mehr dazu später.

In den ersten Minuten trifft Gully auf zwei ihrer Gefährten: Calibretto, ein mächtiger Beschützer-Roboter, und den Veteranen-Schwertkämpfer Garrison. Tadaa: Damit ist die Gruppe einsatzfähig. Im Verlauf des Spiels schließen sich dann weitere Helden der Gruppe an (insgesamt sechs Stück). Gesteuert werden aber immer nur drei, der Rest bleibt derweil auf der Reservebank im Gasthaus in Harmsweg. Dort befinden sich auch die genretypischen NPC's: Schmied, Alchemist, Trainer, Questgeber und so weiter.

Meilensteine treffen aufeinander

Wer rundenbasierte Rollenspiele mag, wird sicherlich etwas mit "Heroes of Might and Magic" und "Final Fantasy 7" anfangen können. Erinnert "Battle Chasers" optisch an "Darksiders", so standen spielerisch die beiden anderen genannten Titel Pate - was ein hochgradiges Lob darstellt.

Bewegt wird sich nämlich aus der Vogelperspektive auf der Weltkarte via Knotenpunkte. Auf dieser sind Gegner, Dungeons, Schätze und Ressourcen eingezeichnet - ihr wisst also vorher meist immer, auf was ihr euch einlasst, wenn ihr zu einem Punkt wandert. Allerdings solltet ihr jetzt keine offene Welt erwarten: "Battle Chasers" ist ziemlich linear aufgebaut und anfangs sind die meisten Gebiete gesperrt. Erst im Verlauf der Geschichte kommen neue Gebiete hinzu. Sehr klassisch, würde ich sagen.

Das Ziel des Spiels: Während der Story muss die Heldengruppe acht Dungeons betreten und die dortigen Endgegner besiegen. Hier darf der Schwierigkeitsgrad frei gewählt werden: Normal, Heroisch und Legendär (allerdings erst, nachdem der Dungeon einmal geräumt wurde). Der Aufbau des Dungeons variiert übrigens jedes Mal leicht. In den Verließen gilt es kleine Rätsel zu lösen, Fallen zu umgehen und sich schließlich zum dicken Endboss durchzuprügeln. Gesteuert wird im Dungeon-Modus übrigens ebenfalls aus der Vogelperspektive (wenn auch näher dran als auf der Weltkarte) - bis es zum Feindkontakt kommt.

Immer schön der Reihe nach!

Die Kämpfe bilden das Herzstück von "Battle Chasers", machen Laune und sind nie überladen. Im Stile eines "Final Fantasy" wird hier in Runden gekämpft. Soll heißen: Jeder Charakter ist der Reihe nach dran und wählt eine Aktion aus. Derjenige gewinnt, der am Ende noch steht. Die Charaktere verfügen dabei über normale Attacken/Zauber, ressourcenverbrauchende Fähigkeiten und aufladbare Superattacken mit einer kurzen Animation. Alles sehr schick in Szene gesetzt. Ansonsten bietet das Spiel alles, was das Rollenspielgenre hergibt: Buffs/Debuffs, Schadenszauber/Heilung, Tränke und Buff-Food.

Für noch mehr Spieltiefe sorgen die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Teammitglieder: Jeder der Helden hat zwei Skillbäume, auf denen die Talentpunkte je nach Belieben verteilt werden können. Super Sache: Die Entwickler verzichten dabei auf den üblichen Schnickschnack und die Punkte können jederzeit (!) kostenlos (!) neu verteilt werden. Es empfiehlt sich aber den üblichen Mix aus Tank, Damage-Dealer und Heiler zu wählen.

Nun zu dem unrühmlichen Teil eines jeden Heldendaseins - dem Tod. Die Gruppe gilt als besiegt, wenn der Lebensbalken aller drei Recken auf Null sinkt. Als Folge dessen erwacht die Gruppe dann wieder im Gasthaus in Harmsweg und wurde um ein paar Goldstücke erleichtert - ansonsten gibt es außer dem erneuten Anreiseweg keine Nachteile (Vorsicht: Stirbt die Gruppe in einem Dungeon mit Schwierigkeitsgrad Legendär, wird dieser resettet!).

Loot tut gut

Ein weiteres wichtiges Element von Dungeon-Crawlern: Der Jäger und Sammlertrieb. Neue Ausrüstung gibt es, wenig überraschend, durch das Töten von Monstern, als Missionsbelohnung, Dungeon-Belohnung (zum Abschluss jedes Dungeons gibt's eine Schatztruhe!) oder durch Crafting. Die Items bekommt ihr in verschieden Seltenheitsstufen: weiß, grün, blau, violett und legendär - na? Wem kommt das bekannt vor? Motivierend ist das Ganze jedenfalls.

Zum Schluss gibt es noch kurz was über das Aufleveln der einzelnen Helden zu sagen: Nur die drei Helden bekommen Erfahrung, die auch gekämpft haben. Wer sich später also umentscheidet, muss grinden, um die "Neuen" aufzuleveln. Aber keine Sorge: Bei einem normalen Durchspielen werdet ihr nie viel extra grinden müssen, um erfolgreich zu sein. Das hält sich - zum Glück - sehr in Grenzen. Für alle, die nicht genug bekommen, gibt's ein New Game Plus. Für einen gemütliches Durchspielen benötigt man je nach Spieltyp zirka 25-35 Stunden.

Fazit

Für mich kam das Game wie aus dem Nichts und begeisterte mich im Nu. Lange sehnte ich mich nach einem Rollenspiel mit rundenbasierten Kämpfen und plötzlich war es da. Es ist grafisch natürlich kein Meilenstein der Spielgeschichte, dennoch trifft die Comic-Optik genau meinen Nerv und muss sich keineswegs verstecken. Die Kämpfe gehen wunderbar von der Hand und versinken nicht in einer Verkettung von Animationen - das macht richtig Laune. Taktisch stehen dem Spieler alle Elemente von Rollenspielen zur Verfügung. Wem es zu eintönig wird oder wer zu oft scheitert, skillt um oder versucht die Taktik noch zu verbessern - je nach Risikotyp. Hier haben die Entwickler das Rad nicht neu erfunden, aber es werden alle Bestandteile eines typischen Rollenspiels bedient und das ohne Schnickschnack und künstlicher Zeitverschwendung. Der lineare Spielverlauf stört ebenfalls nicht: Kein Frust - keine versenkte Zeit, sondern endlich wieder rundenbasierte Kämpfe - Klasse! Meine Kaufempfehlung gibt es jedenfalls.

Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC, Switch
Website: battlechasers.com