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Istanbul
Beteiligung an Türkei-Wahl legt in Deutschland zu

Istanbul. Vor dem Ende der Türkei-Wahl in Deutschland hat die Beteiligung deutlich zugelegt: Am Sonntag gaben erstmals seit Beginn der Wahl am 7. Juni mehr als 100 000 der in der Bundesrepublik registrierten türkischen Wähler ihre Stimme ab, wie aus gestern veröffentlichten Statistiken der Wahlkommission hervorgeht.

Insgesamt beteiligten sich bis Sonntag 588 209 der in Deutschland registrierten 1 443 585 Wahlberechtigten an den Parlaments- und Präsidentenwahlen. Das entspricht einer Quote von 40,7 Prozent. In Deutschland kann noch bis heute gewählt werden.

Insgesamt gibt es außerhalb der Türkei in 60 Ländern Wahlurnen. In den meisten Ländern begann die Stimmabgabe später als in Deutschland. Die Wahlbeteiligung war hierzulande zu Beginn eher verhalten, was möglicherweise auf den muslimischen Fastenmonat Ramadan zurückzuführen war, der seit Freitag beendet ist. Am türkischen Verfassungsreferendum im April vergangenen Jahres hatten sich 48,8 Prozent der in Deutschland registrierten Wähler beteiligt.

Derweil attackierte der im Gefängnis sitzende türkische Präsidentschaftskandidat Selahattin Demirtas im türkischen Staatsfernsehen den amtierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. „Der einzige Grund, aus dem ich hier bin, ist, dass die AKP Angst vor mir hat“, sagte Demirtas am Sonntag mit Verweis auf Erdogans Partei und warf ihr „repressives“ und „autokratisches“ Regieren vor.