BEZIRKSLIGA : Von England auf die Sportplätze der Eifel

BEZIRKSLIGA : Von England auf die Sportplätze der Eifel

ALFLEN. (L.S.) In der Bezirksliga-Elf der SG Udler ist er der Spiritus Rector, der Wasserträger und das zweikampfstarke Laufwunder. David Trumm will mit seiner Mannschaft, wenn möglich, dieses, spätestens im nächsten Jahr in die Rheinlandliga. Dabei verrät er auch seine geheimen Wünsche.

Es ist schon ungewöhnlich, wenn einer, der im englischen Norwich geboren wurde, zum jungen Fußballer mit durchweg deutschen Tugenden wird. Doch dieser Umstand verdankt David Trumm seinem Vater, der als Pilot der Bundeswehr internationalen Aufgaben nachging. Doch ehe er sein Leben und später den Fußball begreifen lernte, zogen die Trumms nach Deutschland. Das war er drei Jahre alt, heute ist er 23. Als der schmächtige David mit sieben Jahren in die F-Jugend der damaligen JSG Lutzerath/Alflen/Auderath eintrat, war sein Weg vorgezeichnet. Als frisch gebackener Bezirksligaaufsteiger in der C-Jugend kam prompt die Delegierung zur erfolgsverwöhnten Talentschmiede SV Steiningen. Über die B-Jugend-Verbandsliga gelang ihm und seiner Mannschaft zwei Jahre danach der große Sprung in die A-Junioren-Regionalliga. Zuvor gewann die von seinem Vater Ewald und Werner Häb trainierte "beste Nachwuchself, die es je gab" den Rheinlandpokal, damals vor über 700 Zuschauern. Die Späher vom Verband wurden nicht erst seitdem auf den besten defensiven Mittelfeldspieler der Verbandsliga aufmerksam, holten ihn in die Verbandsauswahl. Vor drei Jahren stand er in der Rheinland-Auswahl, die in Duisburg beim DFB-Länderpokal den sechsten Platz holte. Diese Leistung ist umso höher zu bewerten, wenn man bedenkt, dass David mit einem gebrochenen Zeh durchspielte. Der 23-Jährige, drahtige und lauffreudige Spieler ist heute Leistungsträger in der Bezirksliga-Elf im Trainergespann Jörg Stölben/Uwe Schüller, stieg in der vergangenen Saison sogar zum Kapitän auf. Er selbst sieht sich als Bindeglied zwischen Mittelfeld und Abwehr, besitzt die nötige Übersicht und rückt bei Standards stets mit auf, da "ich sehr kopfballstark bin. Vielleicht müsste ich noch mehr Verantwortung übernehmen, noch energischer auf dem Platz sein", macht er brachliegende Reserven aus. Der 1,80 große und 72 kg leichte David Trumm ist zweikampfstark und fast überall auf dem Platz zu finden. Als sein Vorbild sieht er Michael Ballack, "weil er beidfüßig und technisch gut ist". Seine Eltern unterstützten seine Aktivitäten zu jeder Zeit, sein Vater war zwei Spielzeiten lang sogar sein Trainer. "Meinen Eltern verdanke ich sehr viel. Sie haben mich überall hin gefahren und standen auch oft am Spielfeldrand." Der in Alflen wohnende Vollblutfußballer bezeichnet sich selbst als spontanen, ehrlichen und offenen Menschen, der gern Musik hört, mit Freunden weggeht und Zeit mit seiner Freundin verbringt. "Es ist legitim, wenn ich sage, dass man im Leben finanziell unabhängig sein sollte, so viel verdienen sollte, dass man gut leben kann. Eine Familie kann dabei sehr hilfreich sein", spricht Trumm über sein Lebensziel. Seine Ziel im Fußball hat er auch schon abgesteckt: "Es wäre schön, wenn wir diese Saison schon aufsteigen. Klappt es nicht, versuchen wir es im nächsten Jahr wieder. Ich schaue von Saison zu Saison, will so lange wie möglich bei der SG Udler spielen. Wenn natürlich mal ein Oberligist kommt und leise nachfragt, dann muss ich darüber nachdenken", umschreibt Trumm seine mittelfristigen Ziele. Auch beruflich darf der Bundeswehrsoldat träumen. Nachdem er eine dreieinhalbjährige Lehre als IT-Fachinformatiker zum Thema EDV abgeschlossen hat, stellt er sich später eine Tätigkeit im EDV-, oder kaufmännischen Bereich vor.