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Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung - Wie werden die Eier produziert?

Hannover (dpa). In den meisten Lebensmittelläden Deutschlands können die Verbraucher wählen, ob sie Eier aus Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung kaufen. Eier aus Käfighaltung werden im Einzelhandel kaum noch verkauft.

Die meisten Eier in Deutschland werden konventionell in Bodenhaltung produziert. Fast zwei Drittel aller erfassten Legehennen leben in dieser Haltungsform. Biobetriebe halten noch nicht einmal acht Prozent der Tiere. Die Haltungsformen unterscheiden sich vor allem im Platz, den die Tiere zur Verfügung haben, und durchs Futter. Käfig- und Kleingruppenhaltung verlieren an Bedeutung. Eier aus dieser Haltung bekommen Verbraucher kaum noch: Der Einzelhandel hat sie weitgehend aus dem Programm genommen.

Welche Haltungsformen unterscheidet man?

Nach Angaben des Wissenschafts- und Informationszentrums Nachhaltige Geflügelwirtschaft (WING) an der Uni Vechta gibt es in Deutschland vier Haltungsformen von Legehennen, die statistisch erfasst werden: Die ökologische Haltung, die zwischen 7 und 8 Prozent ausmacht, die Freilandhaltung mit rund 15 Prozent, die Bodenhaltung mit 67 Prozent und die Kleingruppen samt ausgestalteter Käfige mit etwa 10 Prozent. Die Eier aus der letzten Kategorie werden kaum noch im Einzelhandel verkauft, sondern gehen eher in die Eierproduktindustrie.

Wie unterscheiden sich die Haltungsformen?

Ausschlaggebend ist die Zahl der Tiere in den Ställen und die Auslauffläche, die die Tiere draußen haben. Bei Freilandhaltung hat eine Henne vier Quadratmeter Auslauf, sowohl bei konventioneller als auch bei Ökohaltung. Die Zahl der Hennen pro Quadratmeter Nutzfläche im Stall ist in der konventionellen Landwirtschaft höher. Hier sind es nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen 0,11 Quadratmeter pro Huhn, in der Ökohaltung rund 0,17 Quadratmeter pro Tier. Biobetriebe müssen außerdem noch einen hohen Anteil an Futter aus ökologischem Anbau beimischen.

Wie groß ist die Nachfrage nach Eiern aus konventioneller Haltung und aus Ökohaltung?

Nach Angaben von WING-Experte Hans-Wilhelm Windhorst ist die Nachfrage nach Ökoprodukten stagnierend bis rückläufig. Der Konsument entscheide mit dem Portemonnaie. „Wenn ich für das Öko-Ei bis zu zehn Cent mehr bezahlen muss, ist die Entscheidung häufig schon gefallen“, sagt Windhorst. Einer Studie der Uni Göttingen zufolge würden sogar 60 Prozent der Verbraucher auch wieder Eier aus Käfighaltung kaufen, wenn sie der Handel denn anbieten würde.