Bitte anklopfen

Bitte anklopfen

Das Hinweisschild war nicht zu übersehen. Von zarter Mädchenhand geschrieben, ist es inmitten von mehreren Barbie-Prinzessinnen-Bildern an die Zimmertür geklebt worden. "Bitte anklopfen" stand groß darauf - und klein darunter: "Aber nicht auf den Postern."Grund der Aktion: Unsere zehnjährige Tochter Michelle möchte wissen, wer ihr Reich betritt.

Das ist ihr gutes Recht. Sie darf bestimmen, wer in ihre rosafarbene Barbie-Welt eintreten darf. Jene heile Welt, die allmählich mit Fotos von Hannah Montana und den RTL-Superstars durchdrängt wird. Und mit dem Einzug der neuen Stars wachsen Michelles kleine Geheimnisse.

Und die teilt sie am liebsten mit einer Freundin. Als kürzlich Michelles Freundin Isabel zu Besuch kam, wollte ihr Zwillingsbruder Nicolas unbedingt wissen, was in ihrem Zimmer vor sich ging. Und da er aber von den Mädchen immer wieder die Tür vor der Nase zugeschlagen bekam, griff er zu seiner Geheimwaffe. Kurzerhand wurde das Mädchenzimmer mit seinem Deo-Spray eingenebelt.

Wenn es um das Einhalten von Regeln geht, verhält sich unsere Tochter allerdings ähnlich wie der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi: "Sie gelten für alle, außer für mich." So platzte sie einmal in das Zimmer ihres großen Bruders Christopher. Es gab ein Riesengeschrei, bis sie fluchtartig das Zimmer wieder verlassen musste.

Da ihr Bruder ihre Entschuldigung nicht hören wollte, griff Michelle zu Papier und Bleistift. Den Zettel schob sie ihm unter der Tür durch. "Ich kam nur in dein Zimmer, um mit dir zu spielen", stand darauf. Um dann mit der ganzen Lebensweisheit einer Zehnjährigen zu enden: "Brüder sind dazu da, um mit ihnen zu spielen."

Frank Schmitt

FAMILIEN-BANDE

Bitte anklopfen

Das Hinweisschild war nicht zu übersehen. Von zarter Mädchenhand geschrieben, ist es inmitten von mehreren Barbie-Prinzessinnen-Bildern an die Zimmertür geklebt worden. "Bitte anklopfen" stand groß darauf - und klein darunter: "Aber nicht auf den Postern." Grund der Aktion: Unsere zehnjährige Tochter Michelle möchte wissen, wer ihr Reich betritt. Das ist ihr gutes Recht. Sie darf bestimmen, wer in ihre rosafarbene Barbie-Welt eintreten darf. Jene heile Welt, die allmählich mit Fotos von Hannah Montana und den RTL-Superstars durchdrängt wird. Und mit dem Einzug der neuen Stars wachsen Michelles kleine Geheimnisse. Und die teilt sie am liebsten mit einer Freundin. Als kürzlich Michelles Freundin Isabel zu Besuch kam, wollte ihr Zwillingsbruder Nicolas unbedingt wissen, was in ihrem Zimmer vor sich ging. Und da er aber von den Mädchen immer wieder die Tür vor der Nase zugeschlagen bekam, griff er zu seiner Geheimwaffe. Kurzerhand wurde das Mädchenzimmer mit seinem Deo-Spray eingenebelt. Wenn es um das Einhalten von Regeln geht, verhält sich unsere Tochter allerdings ähnlich wie der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi: "Sie gelten für alle, außer für mich." So platzte sie einmal in das Zimmer ihres großen Bruders Christopher. Es gab ein Riesengeschrei, bis sie fluchtartig das Zimmer wieder verlassen musste. Da ihr Bruder ihre Entschuldigung nicht hören wollte, griff Michelle zu Papier und Bleistift. Den Zettel schob sie ihm unter der Tür durch. "Ich kam nur in dein Zimmer, um mit dir zu spielen", stand darauf. Um dann mit der ganzen Lebensweisheit einer Zehnjährigen zu enden: "Brüder sind dazu da, um mit ihnen zu spielen." Frank Schmitt

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