88-Jährige schwebt nach Brand in Reil in Lebensgefahr

Blaulicht : 88-jährige Seniorin wird bei Brand von der Feuerwehr aus dem Haus gerettet und schwebt in Lebensgefahr

Eine 88-jährige Frau liegt im Schlafzimmer, als im benachbarten Badezimmer ein Feuer ausbricht. Einsatzkräfte retten sie aus den Flammen. Allerdings erleidet sie eine Rauchgasvergiftung.

In einem Haus in Reil haben sich in der Nacht zum Donnerstag dramatische Szenen abgespielt. Gegen 23.40 Uhr bemerkt eine Frau , dass es im Obergeschoss des Nachbargebäudes, einem Einfamilienhaus in der Dorfstraße, stark qualmt. Auch Flammen sind zu sehen. Sofort alarmiert sie die Feuerwehr.

Als die Wehrleute am Einsatzort eintreffen, „steht im Obergeschoss ein Zimmer in Vollbrand“, sagt Einsatzleiter Christoph Zender später. Starker Rauch durchzieht das gesamte Gebäude. Die Einsatzkräfte erfahren, dass in dem brennden Haus zwei ältere Frauen wohnen. Sie gehen davon aus, dass diese sich noch im Gebäude befinden. Rasch klärt sich die Sache auf: Die eine Seniorin, die im Erdgeschoss wohnt, konnte sich selbst bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr in Sicherheit bringen. Sie musste aber wegen dichten Rauchs ihre 88-jährige bettlägerige Schwester im Obergeschoss zurücklassen.

„Für uns hatte die Menschenrettung vor dem Löscheinsatz die höchste Priorität. Mit drei Trupps gingen Feuerwehrkräfte unter Atemschutz in das Haus“, schildert Zender, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, die Vorgehensweise. Sie finden schließlich die betagte und kranke Frau, die im Schlafzimmer in ihrem Bett liegt. Das Schlafzimmer befindet sich neben dem Bad, das in Flammen steht. Die Wehrleute bringen die Frau ins Freie und übergeben sie dort den Sanitätern und dem Notarzt. Noch in der Nacht erklärt ein Polizeisprecher, dass die Verletzte eine Rauchgasvergiftung erlitten habe und in Lebensgefahr schwebt.

Das Feuer im Bad können die Einsatzkräfte schnell löschen. Die Flammen haben sich allerdings  schon ausgebreitet, da es sich um ein altes Haus handelt und die Decken noch mit Lehm gebaut waren. Zudem wird das Gebäude rauchfrei gemacht.

Von außen kommt ein Hubrettungsfahrzeug zum Einsatz. Das sind Fahrzeuge, die von der Feuerwehr überwiegend zur Rettung von Menschen aus größeren Höhen verwendet werden. Des Weiteren werden diese Fahrzeuge auch zur Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung eingesetzt.

Noch ein Problem kommt hinzu. „Bedingt durch die alten Lehmdecken im Haus und das Feuer musste außerdem sichergestellt werden, dass das Haus nicht einsturzgefährdet ist. So haben wir die Fachberater des Technischen Hilfswerkes (THW) hinzugezogen“, sagt Zender weiter.

Die Spezialisten des THW machen sich vor Ort ein Bild von der Lage. Schließlich geben sie Entwarnung. Das Gebäude sei nicht einsturzgefährdet. Allerdings ist es nur „bedingt bewohnbar“. Der Schaden liege im „mittleren fünfstelligen Bereich“, wie die Kriminalpolizei Wittlich mitteilt. Die Bewohnerin des Erdgeschosses kommt in der Nacht bei Nachbarn unter. Die Kriminalpolizei hat noch nachts die Ermittlungen aufgenommen. Am Donnerstag geht man dort von einem „häuslichen Unfall“ aus. Genaueres könne man noch nicht sagen. Für die rund 85 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst und Polizei ist der Einsatz gegen 3.30 Uhr nach knapp vier Stunden beendet.

Im Einsatz war die Feuerwehreinsatzzentrale Traben, der Wehrleiter Traben-Trarbach, der Kreisfeuerwehrinspekteur Bernkastel- Wittlich, die Verbandsgemeinde-Führungsstaffel und die Führung des Technischen Hilfswerkes Wittlich, ebenso die Feuerwehren aus Reil, Burg, Traben, Trarbach und Bengel, das Rote Kreuz Lutzerath und Bernkastel-Kues, der Notarzt aus Traben-Trarbach und die Polizei.

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