Amok-Alarm an Schule in Bernkastel-Kues war Fehler - Polizei auf Ursachenforschung

Kostenpflichtiger Inhalt: Entwarnung : Amok-Alarm an Schule in Bernkastel-Kues war Fehler - Polizei auf Ursachenforschung (Update 17.30 Uhr)

Amok-Alarm  am Nikolaus-von-Kues-Gymnasium in Bernkastel-Kues. Ein Riesenaufgebot an Einsatzkräften nebst SEK ist vor Ort. Gegen 9 Uhr die Entwarnung: Fehl-Alarm. Aber welche Ereigniskette löst so ein Alarm eigentlich aus, und wie genau funktioniert das?

Von Petra Willems, Ilse Rosenschild und Mandy Radics

Wenige Stunden nach dem falschen Amokalarm im Nikolaus-Kues-Gymnasium sind der Schulträger, der Kreis Bernkastel-Wittlich, und der Betreiber des Alarmsystems weiterhin bei der Ursachenforschung. Fest steht inzwischen, dass der Alarm von einem der Notfall-Handys ausgegangen war, über die die Lehrer der Schule verfügen, sagt Manuel Follmann, Sprecher der Kreisverwaltung. Jeder der 65 Lehrer verfügt über ein solches Notfallhandy. Allerdings müsse das nicht unbedingt heißen, dass ein Pädagoge das Telefon  falsch bedient hat. Follmann: „Der genaue Ablauf ist weiter in der Klärung.“

Der Amok-Alarm an Schule in Bernkastel-Kues war Fehler

Am Donnerstagmorgen war die Polizei kurz vor 8 Uhr alarmiert worden. Eine erhebliche Anzahl an Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten rückten sofort aus. Auch Spezialkräfte machten  nach Angaben von Polizeisprecher Uwe Konz sich auf den Weg in die Schule, in der sich bereits viele Schüler befanden. Viele Blaulichtfahrzeuge und Polizisten in Schutzkleidung, die sich an der Schule sammelten, sorgten für einige Aufregung. Über Twitter wurde die Bevölkerung informiert – mit dem deutlichen Appell: „Bleibt dort weg!“

Relativ rasch gab es laut Konz erste Hinweise auf einen möglichen Fehlalarm. Trotzdem habe man die „Einsatzmaschinerie bis 9 Uhr durchgezogen“. Das bedeutet: Polizeibeamte  durchkämmten die komplette Schule, während die Schüler in ihren Räumen blieben. Um 9 Uhr hat der Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues, Klaus Herrmann, der das Einsatzgeschehen  vor Ort koordinierte, endgültig Entwarnung gegeben.Insgesamt hat das Gymnasium 920 Schüler.

Im Kreis Bernkastel-Wittlich sind die Schulen auf Krisensituationen wie diese vorbereitet:  An den weiterführenden Schulen in der Trägerschaft des Landkreises Bernkastel-Wittlich gibt es seit September 2011 ein Alarm-System. Damals war der Kreis der erste in der Region, der ein solches System einführte.

Der Kreis verteilte an die Lehrer der zwölf weiterführenden Schulen  Notfall-Handys. Über einen Knopf an der Hinterseite des Telefons können die Lehrer einen Alarm auslösen. Innerhalb von zwei Sekunden nach dem Drücken des Alarmknopfs klingeln die Mobiltelefone der anderen Lehrer.

Die Geräte unterscheiden sich von handelsüblichen Handys nur durch einen roten Knopf auf der Rückseite. Wird der lange genug gedrückt, geht die Alarmkette los. Die Handys werden jeden Morgen an die Lehrer ausgegeben und nach Schulschluss wieder zurückgebracht.

Bei allen bisherigen Fällen handelte es sich um Fehlalarme, bei denen der Notrufknopf versehentlich gedrückt wurde oder es wie heute keine Bedrohungslage gab.

Betroffen waren die Kurfürst-Balduin-Realschule in Wittlich, die Berufsbildenden Schulen in Bernkastel-Kues und Wittlich sowie das Cusanus-Gymnasium in Wittlich. Eine besondere Situation entstand, als im April 2012 innerhalb weniger Tage drei Mal Alarm ausgelöst wurde.

125 000 Euro hat die Anschaffung von Notfallhandys und Computern gekostet. Jedes Jahr kostet das System den Landkreis 5000 Euro.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Amok-Alarm in Bernkastel-Kueser Schule

(sts)
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