Arbeitsunfall: Kuh quetscht Mann in Viehhandel in Wincheringen ein

Kostenpflichtiger Inhalt: Wieder ein Arbeitsunfall : Kuh quetscht Mann beim Verladen in Wincheringen ein (Update)

Bei einem Viehhändler in Wincheringen ist eine Kuh auf einen Mitarbeiter losgegangen. Der Mann liegt im Krankenhaus. Der Chef des Betriebs kritisiert das Tierschutzgesetz. Es ist der dritte schwere Arbeitsunfall in der VG Saarburg-Kell innerhalb von zwei Wochen.

 Beim Verladen von Kühen in einer Viehhandlung in Wincheringen ist es am Donnerstag gegen 16 Uhr zu einem Arbeitsunfall gekommen. Johann Wacht, Chef des Betriebs, sagt: „Das Tier ist ein bisschen durchgedreht und im Treibgang zurückgelaufen.“ Da habe es den Mitarbeiter eingequetscht.

Der 44 Jahre alte Mann wurde verletzt ins Krankenhaus nach Trier gebracht. Wacht: „Wenn eine Kuh mit 600 Kilogramm auf sie zurennt, da haben sie keine Chance mehr. Der Mann ist glücklicherweise nicht so schwer verletzt. Er hat ein paar Schürfwunden und einen Wadenbeinbruch.“

Der Unfall regt den Viehhändler auch am Tag danach noch auf. „Das Problem ist der Tierschutz!“, sagt er. „Der Tierschutz ist wichtiger als der Mensch. Auch wenn ein Tier unruhig ist, dürfen wir keinen Stock nutzen oder damit schlagen.“ Er und seine Mitarbeiter könnten sich kaum schützen. Sein Betrieb entspreche den Sicherheitsanforderungen. Es sei eine zugelassene EU-Sammelstelle für Vieh. Man habe Treibgänge zum Verladen.

Wacht: „Das Veterinäramt ist jeden Tag zur Überprüfung bei uns im Haus.“ Der Viehhändler berichtet von zwei weiteren Unfällen in den vergangenen Jahren. Sie seien ähnlich abgelaufen, sagt er. Die Opfer habe es schwerer getroffen. Einer habe eine Woche, der andere ein halbes Jahr im Krankenhaus bleiben müssen.

Manfred Zelder, Milchkuhbauer und Vorsitzender des Bauern- und Winzerverbands Bernkastel-Wittlich, gibt Wacht ein Stück weit recht. Er sagt: „Wir beobachten mit Sorge, dass der Tierschutz öfter höher angesiedelt ist als der Schutz des Bauern. Obwohl das Tierwohl sicherlich wichtig ist –  auch, um eine gute Leistung zu bekommen.“

Dass Menschen von Kühen oder Bullen eingequetscht würden, passiere immer wieder. Verladen sei für das Tier eine Stresssituation, bei der man sehr aufpassen müsse. Er nutze einen Stock lediglich als Zeigestock. In einer Notsituation würde er diesen zur Verteidigung einsetzen. Ob dies gesetzeskonform sei, wisse er nicht.

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