Aufräumen nach den schweren Unwettern in Trier

Unwetterfolgen : Aufräumen nach schwerem Unwetter in Trier - Umgestürzte Bäume auch am Freitag

Nach dem schweren Unwetter am Donnerstagabend mit 200 Einsätzen der Feuerwehr hatte sich die Lage am Freitag erst einmal beruhigt. Gegen 16 Uhr gab es ein weiteres Gewitter.

18.25 Uhr: Am Freitagnachmittag gegen 16 Uhr ist über Trier erneut ein Gewitter mit Sturmböen hinweggezogen. So kam es erneut zu Feuerwehreinsätzen. Dieses Mal war nicht der Regen das Problem, sondern der Wind.

Große Schäden nach Unwetter in Trier

In Trier Kürenz, im Avelertal, kam ein großer Baum einer Stromleitung so gefährlich nahe, dass mehrere größere Äste mit der Drehleiter der Berufsfeuerwehr und mithilfe von Mitarbeitern des SWT weggeschnitten werden mussten. Hierzu wurde die Hauptverkehrsader Richtung Uni für etwa 20 Minuten durch die Polizei gesperrt. Im Berufsverkehr kam es zu enormen Rückstaus.

Kurze Zeit später rückte die Feuerwehr zu einem weiteren Einsatz aus. In der Johannisstraße in der Trierer Innenstadt drohten mehrere große, schwere Äste auf ein Ladenlokal zu stürzen. Die Johannisstraße wurde für den Verkehr gesperrt und die Äste beseitigt. Es kam zu weiteren kleineren Einsätzen, indem größere Äste, die auf Fahrbahnen gestürzt waren, beseitigt wurden. Im Einsatz war die Berufsfeuerwehr der Wache 1 und 2.

17 Uhr: In Trier ist wieder Donnergrollen zu hören, auch der Wind hat spürbar zugelegt.

16.30 Uhr: Wie das Presseamt der Stadt Trier mitteilt, sind die städtischen Aufräumarbeiten Freitagnachmittag vorläufig abgeschlossen. Die Berufsfeuerwehr wurde im Laufe des Freitags zu einzelnen Einsätzen bei abgebrochenen Bäumen oder größeren Ästen gerufen, teils befanden sich die Bäume auf Privatgelände. Das Amt StadtGrün sorgte mit 13 Mitarbeitern dafür, dass Fuß- und Radwege im Stadtgebiet von größeren, abgebrochenen Ästen befreit und begehbar gemacht wurden. Im Fokus standen dabei unter anderem die Rad- und Fußwege am Moselufer, die zum Zurlaubener Ufer führen. Dort wird ab 18.30 Uhr das Moselfest gefeiert.

Im Bereich der Kleingärten Trier-Ost/Spitzmühle bleibt ein Fuß- und Radweg übers Wochenende gesperrt, da die Astreste nicht entfernt werden konnten. Die Gärten bleiben über die anderen Zuwege erreichbar. Gesperrt sind bis auf Weiteres auch einige Wege im Trierer Weißhauswald wegen Erosionsschäden im Wald. Die Förster bitten darum, sich unbedingt an die Absperrungen zu halten und die betroffenen Wege nicht zu betreten.

16 Uhr: Viele Betroffene stellen sich nach Unwettern wie dem am Donnerstagabend die bange Frage: Wer kommt für die Schäden auf? Experten raten zum Abschluss einer Elementarschadenversicherung, da diese Mieter und Eigentümer vor den finanziellen Folgen von Naturereignissen schützt. Dazu zählen Überschwemmung, Hochwasser, Erdbeben und Starkregen. Nicht ausreichend ist in diesem Fall eine Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung. Während die Hausratversicherung bei Schäden des Hausrats wie Möbeln und Kleidung infolge von Feuer, Blitzschlag oder Einbruch greift, bezieht sich die Wohngebäudeversicherung auf das komplette Gebäude. Sie deckt Schäden durch Feuer, Blitzeinschlag, Hagel oder Sturm ab. Wird das Auto durch Sturm oder Hagel beschädigt, ist das ein Fall für die Kaskoversicherung.
In jedem Fall sollte vor der Beseitigung möglicher Schäden die Versicherung kontaktiert werden.

13.30 Uhr: Keine Ernteausfälle bei Zewener Bauern: Das Zentrum des Unwetters am späten Donnerstagnachmittag hat offenbar über dem Petrisberg, Olewig und der City gelegen. In Trier-Zewen gab es jedenfalls keinen Hagel und auch keine Regenmassen. „Bei uns ist nichts passiert“, bestätigt Edith Grundhöfer vom gleichnamigen Landwirtschaftsbetrieb. „Es hat zwar viel geregnet, aber in einem Ausmaß, dass es eher gut und wichtig für unsere Felder war.“ Am Marktstand von Bauer Greif auf dem Trierer Viehmarktplatz bestätigen die Markfrauen am Freitagmittag, dass das Unwetter in Triers südwestlichsten Stadtteil glimpflich verlaufen ist, von Ernteschäden oder -ausfällen wissen die Verkäuferinnen nichts.

13 Uhr: Die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Konz musste nur zu zwei umgestürzten Bäumen ausrücken. Sie blockierten einen Wirtschaftsweg zwischen Konz-Oberemmel und der Bundesstraße 268. Verwunderung herrschte jedoch im Konzer Wohngebiet Berendsborn. Dort förderte der Regen ein Problem zu Tage, das eigentlich behoben sein sollte. So lief – wie bei vorherigen starken Regenfällen – die Senke am Berendsborn, dem namensgebenden Brunnen in dem Stadtteil, voll Wasser. Die Straße war überflutet. Ein Nutzer dokumentierte das in der Facebook-Gruppe „Du bist Konzer wenn ...“. Was die Konzer laut der Diskussion unter dem Beitrag nicht verstehen: Zwischen 2016 und 2018 haben die Verbandsgemeindewerke an der Stelle mehr als eine Million Euro zur Regentlastung investiert. Unter anderem wurden neue Kanäle verlegt und ein 180 Kubikmeter großes Regenrückhaltebecken sowie mehrere Schächte gebaut.

Auf Anfrage bei der Verbandsgemeinde Konz erklärt Pressesprecher Michael Naunheim, dass der Einlauf für das Regenwasser schon korrigiert worden sei. Trotzdem gebe es in der Senke noch Probleme mit dem Ablauf von Oberflächenwasser bei großen Regenmengen. Das liege unter anderem daran, dass die Kanäle teilweise verstopft seien – zum Beispiel durch Geröll, Hagel, Laub oder Grünschnitt. „Das planende Ingenieurbüro wurde nochmals eingeschaltet, um eine Lösung zu erarbeiten, die wir dann schnellstmöglich umsetzen werden“, verspricht Naunheim. Anlieger des Bachlaufs an der Stelle bittet der Pressesprecher im Namen der Verwaltung, keine Grünschnitt- oder Gartenabfälle am Bachrand zu lagern, sondern diese schnellstmöglich zu entfernen.

13 Uhr: Alle, die sich aufs Moselfest in Zurlauben freuen, stellen sich am Tag nach dem Unwetter die Frage: Soll ich’s riskieren hinzugehen? Volksfreund.de hat beim Wetterexperten Dominik Jung nachgehört, wie die Prognose für Trier aussieht. Am Donnerstag waren laut Jung in Trier binnen ein bis zwei Stunden bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Und gibt es für heute Entwarnung? „Es kann in Trier auch heute immer wieder zu Schauern und Gewitter kommen.“ Wo genau sich die Gewitter bildeten, könne jedoch nicht vorhergesagt werden. Jung: „Das ist Zufall.“ Deshalb sei es auch nicht möglich, genau zu sagen, wo es noch mal zu heftigen Regenfällen kommen könne. Momentan sei eher der Bereich hinter Trier, Richtung Koblenz, betroffen. Für den Samstag kündigt Jung freundlicheres Wetter an. Und die gute Nachricht: In der nächsten Woche kommt der Sommer mit Temperaturen um die 25 Grad zurück.

12 Uhr: Im Tiergarten ist der Schaden groß. Acht Hektar Weinbaufläche ist hier betroffen. „Das ist die Hälfte unserer Anbaufläche“, sagt Evi von Nell. Sie hofft, dass es kein Komplettausfall der Ernte wird. „Aber das müssen wir nun abwarten.“

Definitiv kaputt sind die Freiluftkulturen der Gärtnerei Schmidgen. „Wir waren gestern zeitweise mit allen Mann in der Halle und haben gebetet, dass die Glasscheiben halten“, sagt Johannes Schmidgen. Nur vier Scheiben seien vom Hagel kaputtgegangen. Er zeigt auf ein Beet mit den Überresten von Blattsalat und Kohlrabi. „Das waren 1200 Pflanzen. Alles kaputt.“

10 Uhr: Am Kleeburger Weg in Trier-Olewig wird hart gearbeitet. Die letzten drei Häuser der Straßen waren von dem Unwetter am Donnerstagabend besonders betroffen. Vor allem im Haus der Familie Mabut ist im Untergeschoss alles kaputt. „Wir räumen hier aus und hoffen, dass die Versicherung zumindest einen Teil des Schadens übernimmt“, sagt Robin Mabut. Die braunen Streifen in den Zimmern markieren in 150 Zentimetern Höhe, wo das Wasser zum Stillstand gekommen war.

Während der Deutsche Wetterdienst am Donnerstag noch eine Unwetterwarnung für Trier und Umgebung herausgegeben hatte, sieht die Wetterkarte des DWD am Freitag für Trier freundlich aus. Eine Warnung wurde allerdings für Koblenz herausgegeben – dort ist mit schweren Gewittern, heftigem Starkregen und Hagel zu rechnen.

Das Moselfest in Zurlauben wird am heutigen Freitag um 18.30 Uhr mit dem offiziellen Fassanstich eröffnet. Gefeiert wird noch bis einschließlich Montag.

12.25 Uhr: Kreisfeuerwehrinspekteur Christoph Winckler sagte am Freitagvormittag auf TV-Anfrage, dass es am Donnerstagabend insgesamt 20 bis 25 Einsätze in den Verbandsgemeinden Trier-Land, Ruwer, Konz sowie Saarburg-Kell gegeben habe.
Größere Einsätze seien das nicht gewesen. Es mussten einige Fahrbahnen von überörtlichen Straßen, unter anderem die der B 51 bei Hohensonne, von Geröll befreit werden.
Ansonsten wurden mehrere umgestürzte Bäume weggeräumt und vollgelaufene Keller leergepumpt.

11 Uhr: Für Freitag warnt der DWD erneut vor Unwettern in Rheinland-Pfalz. Am Nachmittag bilden sich demnach kräftige Schauer und Gewitter mit lokalen Sturzfluten.
Ob eine solche Sturzflut erneut Trier trifft, sei nicht vorherzusagen, sagte ein Sprecher des DWD. Sollte sich der Regen stattdessen über einem Wald ergießen, könne das Wasser unproblematisch abfließen.

In der Stadt mit zahlreichen Betonflächen sei die Kanalisation mit solchen Wassermassen dagegen schnell überlastet.
Das StadtGrün-Amt sei am Abend mit einer kompletten Kolonne unterwegs gewesen, um Gefahrenstellen zu beseitigen.

Im Tempelweg war ein Baum auf ein Wohnhaus gestürzt, die Feuerwehr dichtete das Dach notdürftig ab, StadtGrün beseitigte den Baum.

In der Anton-Caspary-Straße schlug der Blitz in einen Baum ein und zerstörte ihn komplett. Die Äste wurden entsorgt, allein der Stamm steht noch und wird später gefällt.

Auf dem Hauptfriedhof wurde eine Fichte so in Mitleidenschaft gezogen, dass der Flachwurzler gefällt werden muss. Außerdem wurden viele herabgefallene Äste auf dem Straßen beseitigt.

Der Einsatzschwerpunkt des Amts lag in der Innenstadt entlang des Alleenrings und am Palastgarten, Kontrollfahrten fanden aber auch in anderen Stadtgebieten wie zum Beispiel der Luxemburger Straße statt.

Am heutigen Freitag ist das StadtGrün-Amt noch mit zwei kompletten Kolonnen und jeweils einem Baumkontrolleur unterwegs, um weitere Schäden am städtischen Grün zu identifizieren und zu beseitigen.

Im Weißhauswald hat das Unwetter ebenfalls Schäden angerichtet, unter anderem am Wildgehege und am Waldlehrpfad. Dort wurde mit Flatterband abgesperrt. Die Reparaturen sollen schnellstmöglich erfolgen.

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