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Zwischenfall
Update zum Baumsturz am Trierer Waldstadion: Erste Reaktionen und Kommentar

FOTO: Hans Krämer
Trier. Eine etwa 15 Meter hohe Pappel ist laut Stadtverwaltung am frühen Freitagabend am Trierer Waldstadion abgebrochen und auf das Dach eines Vereinshauses gestürzt. Vereinsvertreter äußern Bedenken wegen weiterer Bäume im Umfeld. Von Marcus Hormes
Marcus Hormes

Knapp drei Wochen nach einem folgenschweren Baumsturz im Weißhauswald bei Trier ist in diesem Gebiet erneut ein Baum umgestürzt. Betroffen war diesmal laut Stadt eine etwa 20 bis 30 Jahre alte Pappel. Der Baum habe in einem umzäunten Waldareal gestanden.

Die Krone fiel auf das Schützenhaus des Post-Sportvereins Trier (PST), das dadurch leicht beschädigt wurde. Für Menschen bestand nach Angaben von Stadt-Pressesprecher Michael Schmitz zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr. Das Vereinshaus und das Freigelände waren bei dem Sturz menschenleer.

Unser Archivbild zeigt die am 1. Mai im Weißhauswald umgestürzte Eiche. Am 18. Mai kippte erneut ein Baum im Weißhauswald um - diesmal eine Pappel, die auf ein Schützenhaus fiel.
Unser Archivbild zeigt die am 1. Mai im Weißhauswald umgestürzte Eiche. Am 18. Mai kippte erneut ein Baum im Weißhauswald um - diesmal eine Pappel, die auf ein Schützenhaus fiel. FOTO: Friedemann Vetter

Mitarbeiter des städtischen Grünflächenamtes entfernten den Baum vom Dach. Warum die Pappel abgebrochen ist, sei derzeit noch unklar.

Am 1. Mai war eine 20 Meter hohe Eiche am Wildgehege im Weißhauswald umgestürzt. Dabei wurde ein Mädchen schwer verletzt, das in einem Krankenhaus stationär behandelt werden musste. Die Ursache dieses Zwischenfalls wird derzeit ermittelt.

FOTO: Harald Jansen

PST-Geschäftsführerin Hiltrud Schilz sagt auf TV-Anfrage: „Vertreter der Stadtverwaltung und die Revierförsterin waren vor Ort an der Halle. Das Gartenbauamt hat mich angerufen, ich habe dann per Rundmail unseren Vorstand informiert.“ Da kein nennenswerter Schaden entstanden sein soll, habe es keinen dringenden Handlungsbedarf gegeben: „Wir schauen uns das am Dienstag an.“

Der PST hat eine langjährige Nutzungsvereinbarung mit der Stadt als Eigentümer der Fläche getroffen. Mit den Sportschützen des Polizei-Sportvereins Trier (PSV) besteht eine Kooperation.

Als der TV am Pfingstmontag den umgestürzten Baum fotografiert, machen Vereinsmitglieder auf hohe Bäume aufmerksam, die in Richtung der Schießhalle geneigt sind. Nach TV-Informationen hat der PST deshalb schon mehrfach Bedenken bei der Stadt geäußert.

Im Trierer Naherholungsgebiet Mattheiser Weiher ist bereits vor ein oder zwei Wochen ein großer Baum abgebrochen. Ob das bei einem Sturm geschah oder aus einer anderen Ursache, ist unklar.

Meinung

Im Zweifel für die Sicherheit

Seitdem 2012 eine Frau bei einem Baumsturz in der Trierer Innenstadt ums Leben gekommen ist, herrscht beim Thema Standsicherheit höchste Aufmerksamkeit. Die Stadt hat ihre regelmäßigen Baumprüfungen intensiviert und dazu Personal aufgestockt.

Der Sturz der Eiche im Weißhauswald am 1. Mai mit dem verletzten Mädchen hat schmerzlich in Erinnerung gerufen, wie (lebens)wichtig die Kontrollen und die richtigen Schlüsse daraus sind. Beim jüngsten Fall an der Vereinshalle des PST ist zwar niemand verletzt worden, und jeder Fall kann anders gelagert sein. Aber auch dieser Sturz hinterlässt ein mulmiges Gefühl, zumal einige dort geneigt stehende Bäume durchaus bedrohlich wirken. Höchste Zeit, dass alle Beteiligten bei einem Ortstermin klären, inwiefern wo tatsächlich welches Gefahrenpotenzial besteht. Im Zweifelsfall geht die Sicherheit vor!

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FOTO: Hans Krämer