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Bausendorf: Geldautomat gesprengt - Kriminelle richten großen Schaden an

Kriminalität : Kriminelle sprengen Geldautomat - große Schäden in Bausendorf (Video/Fotos)

Unbekannte sprengten Geldautomat in Bausendorf - 18. Februar 2022

Unbekannte Täter haben am Freitagmorgen einen Geldautomaten gesprengt. Es ist der dritte Vorfall dieser Art innerhalb kurzer Zeit in der Region. Oft liegen die Orte in der Nähe der Autobahn, häufig werden als Fluchtautos Audi vermutet. Was bisher bekannt ist.

Unbekannte Täter haben in den frühen Morgenstunden am Freitag, 18. Februar, einen Geldautomaten der Volksbankfiliale in der Trierer Straße in Bausendorf (Kreis Bernkastel-Wittlich) gesprengt, teilt die Polizei mit. Anwohner hatten gegen 2 Uhr einen lauten Knall gehört.

Die Detonation führte laut Polizei zu erheblichen Gebäudeschäden bei der Bank.  So wurde der Eingangsbereich der Bank durch die Wucht der Detonation aus seiner Verankerung gerissen. Laut Polizei kamen Menschen hingegen nicht zu Schaden. Die Ortsdurchfahrt von Bausendorf war zeitweise gesperrt.

Die Täter seien, so die Polizei, nach der Tat mit einem hochmotorisierten Auto, vermutlich einem dunklen Audi, über die Autobahnen A1 und A60 nach Belgien geflüchtet. Ob sie Beute gemacht haben, kann die Polizei derzeit noch nicht sagen. Die belgischen Behörden waren ebenfalls in die Fahndungsmaßnahmen eingebunden.

Erst kürzlich wurde in Daun ein  Geldautomat gesprengt. In Landscheid blieb es Mitte Januar bei dem Versuch, einen Automaten zu sprengen oder auf andere Art zu öffnen. 

In Daun geht die Polizei von mindestens zwei Tätverdächtigen aus, die „mit einem dunklen Audi mit Mayener Kennzeichen“ flohen und vermutlich einer Bande angehören – wegen ähnlicher Fälle und gleichem Vorgehen: Denn seit geraumer Zeit setzten die Panzerknacker nicht mehr Gas ein, das sie in die Automaten einleiten und dann zünden, sondern Festsprengstoff. Wie auch in Daun.

Der Fall in Landscheid ist genau einen Monat her: Um 2.57 Uhr in der Nacht auf Dienstag, 18. Januar, erreichte die Polizei der  Einbruchalarm aus der Volksbank-Filiale in Landscheid (Kreis Bernkastel-Wittlich). Nicht zum ersten Mal war Landscheid Ziel von Kriminellen: Im Ort, der direkt an der A60 liegt,  wurde im Juni 2008  die ehemalige Filiale der Sparkasse  überfallen. Der Täter, der 2009 nach einem weiteren Bankraub in Zemmer bei Kordel /Kreis Trier-Saarburg) gefasst wurde, erbeutete damals 12.000 Euro. 2020 flog der Geldautomat in der VVR-Bank  in die Luft. Nach Polizeiangaben hatten unbekannte Täter den Geldautomaten mit einem Gasgemisch gesprengt und geöffnet, um an die Geldscheine im Inneren zu gelangen. Bei ihrer Flucht verloren sie nach TV-Informationen einige Geldscheine auf dem Bürgersteig vor der Bank. Der oder die Täter sollen sich ehemals mit einem Kraftrad oder einem dunklen Audi von der Örtlichkeit entfernt haben. Seitdem hat man von ihnen und ihrer Beute in unbekannter Höhe nichts mehr gesehen.

Mit den Geldautomaten-Sprengungen in diesem Jahr in der Region setzt sich eine jahrelange Serie fort: Allein 2020 gab es 35 Sprengungen von Geldautomaten in Rheinland-Pfalz, wobei 19 Fälle misslangen. Nach dem ersten Quartal 2021 meldete die Polizei eine Fallsteigerung. In der Region flog Mitte April in Hermeskeil (Kreis Trier-Saarburg) ein Geldautomat in die Luft. 2020 gab es Sprengungen in Salmtal (Bernkastel-Wittlich) und Trier-West. Meist können die Täter unerkannt entkommen, etliche Täter und Tatverdächtige wurden allerdings auch festgenommen. Erst Ende September 2021 meldete die Polizei nach eineinhalbjähriger Ermittlungsarbeit einen Fahndungserfolg: 23 mutmaßliche Täter wurden ausgemacht. Neun Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft. Die Geldautomaten, die die Gruppe gesprengt haben soll, standen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Bayern. Ein Großteil der Verdächtigen stamme aus den Niederlanden.