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Kriminalität
Betrunkener bedroht einen Polizisten in Konz mit Axt

FOTO: TV / Friedemann Vetter
Konz. Ein 49-Jähriger ist am Donnerstagabend laut Polizei sturzbetrunken auf einem Kreisel an der ehemaligen B 51 in Konz-Könen eingeschlafen. Später soll er einen Polizeibeamten mit einem Beil bedroht haben. Dass die Lage nicht eskaliert ist, sei nur der Besonnenheit eines Beamten zu verdanken, heißt es.
Christian Kremer

Ich kümmere mich beim Trierischen Volksfreund seit 2010 um die Konzer Ausgabe. Vorher habe ich ein Volontariat in der Redaktion absolviert und in Trier Germanistik, Politik- und Medienwissenschaft studiert. Mir ist es besonders wichtig, im Dialog mit den Lesern zu sein. Wer Anregungen hat, kann sich jederzeit an mich wenden. Erreichbar bin ich per E-Mail an c.kremer@volksfreund.de

Besoffen eingeschlafen und ausgerastet: Ein 49-Jähriger aus dem Kreis Trier-Saarburg jagt Polizeibeamten und Sanitätern in Konz-Könen einen ganz schönen Schrecken ein, als er sie mit einer Axt bedroht. Obwohl die Polizisten ihm mehrfach mit dem Gebrauch der Schusswaffe drohen müssen, bevor er aufgibt, endet die brenzlige Lage, ohne dass jemand verletzt wird. Das ist laut der Pressestelle der Polizei dem professionellen Auftreten eines Polizisten zu verdanken.

Doch nun von Anfang: Autofahrer sehen den vermeintlich bewusstlosen Fahrradfahrer auf einem Kreisel an der Einmündung der Rudolf-Diesel-Straße zur Könener Straße im Konzer Stadtteil Könen. Gegen 18.25 Uhr informieren sie die Polizei. Noch ist nicht klar, ob der Mann einen Unfall hatte.

Beim Eintreffen einer Streife der Polizeiwache Konz ist der Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes schon vor Ort. Die Sanitäter kümmern sich bereits um das vermeintliche Unfallopfer. „Es stellte sich heraus, dass der stark betrunkene 49-Jährige sich zum Schlafen auf den Kreisel gelegt und dadurch die Sorge vorbeifahrender Verkehrsteilnehmer erregt und den Einsatz ausgelöst hatte“, beschreibt die Polizei den Vorfall weiter. „Ein Unfallgeschehen konnte schnell ausgeschlossen werden.“

Als der Mann sich auf eigenen Wunsch in ein Krankenhaus bringen lassen will, seien die Polizeibeamten abgerückt. Sie hätten ihren Einsatz als beendet angesehen, heißt es bei der Polizei.

Doch dann eskaliert die Situation: Wenige Minuten später forderte die Besatzung des Rettungswagens erneut polizeiliche Hilfe an. Der Mann sei unvermittelt aufgesprungen, habe ein Beil aus einem mitgeführten Rucksack gezogen und sei aus dem Fahrzeug gesprungen.

Die Beamten kehren zurück zum Ort des Geschehens. Der 49-Jährige habe sich nicht mehr im Rettungswagen, sondern auf der Rasenfläche eines nahen Discountermarktes aufgehalten. „Er hielt eine Schnapsflasche und ein Beil hoch in den Händen“, heißt es bei der Polizei. „Als ein Polizeibeamter unter Vorhalt seiner Dienstwaffe auf ihn zutrat und ihn aufforderte, die Gegenstände abzulegen, bedrohte der Betrunkene den Beamten aus einer Entfernung von wenigen Metern mit dem Beil.“ Dabei habe er den Polizisten mehrfach zum Schießen aufgefordert.

Der Beamte blieb aber cool. Erst nach wiederholten Aufforderungen, die Gegenstände abzulegen und nach mehrfacher Androhung des Schusswaffengebrauchs habe der Mann reagiert. Der 49-Jährige warf das Beil und die Flasche weg und legte sich auf den Boden. Die Beamten konnten ihm Handschellen anlegen und ihn festnehmen.

Der Mann befinde sich jetzt in der Psychiatrie eines Trierer Krankenhauses, erklärt die Pressestelle der Polizei weiter. „Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.“ Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern noch an.