Einsatzort noch gesperrt Einsatz gegen Wühlmäuse wird für Bitburger Feuerwehr zum Großeinsatz – 19 Menschen im Krankenhaus

Update | Bitburg · Weil sie ein Gift zum vertreiben von Schädlingen falsch ausgebracht hat, löste eine Bitburger Hausbesitzerin im Neubaugebiet „Auf dem Monental“ einen Großalarm aus – 19 Menschen wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Symbolbild.

Foto: dpa/Monika Skolimowska

Eigentlich wollte sie nur den verhassten Wühlmäusen in ihrem Garten an den Kragen, statt die lästigen Buddler erfolgreich zu vertreiben, hat eine Hausbesitzerin im Bitburger Neubaugebiet „Auf dem Monental“ am späten Dienstagabend allerdings einen Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften ausgelöst – 19 Menschen mussten vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht werden, rund 90 Rettungskräfte waren insgesamt im Einsatz. Dabei war zum Beginn des Einsatzes nicht zu ahnen, wie sich die Situation entwickeln würde.

Zuerst eine brennende Hecke in Bitburg gemeldet – aber vor Ort stellte sich die Situation anders heraus

Um 21.38 Uhr ging der Notruf bei der Rettungsleitstelle ein. In dem Wohngebiet brenne eine Hecke. Vor Ort zeigte sich zwar dichter Rauch in dem Garten, Brandgeruch oder Flammen waren aber nicht zu bemerken – eher ein beißender Gestank.

Die Hausbesitzerin berichtete, ein Mittel zur Bekämpfung von Wühlmäusen in ihrem Hochbeet – also nicht wie zunächst gemeldet in einer Hecke – verteilt zu haben. Nach dem Wässern der Beete sei plötzlich der erste Rauch aufgetreten und sie habe vermutet, dass es brenne.

Großeinsatz in Bitburg – 19 Menschen vorsorglich im Krankenhaus

Die Retter reagierten angesichts dieser neuen Informationen prompt, sperrten den Gefahrenbereich weiträumig ab, informierten die Anwohner Fenster und Türen geschlossen zu halten und alarmierten die Schnelleinsatzgruppe sowie den Gefahrstoffzug der Feuerwehr des Eifelkreises Bitburg-Prüm.

Ein Blick in das Datensicherheitsblatt des Mittels zeigte, dass die Frau ein Mittel zur Vertreibung der Wühlmäuse falsch verwendet hat. Statt das mittlerweile nicht mehr im Handel erhältliche Polytanol direkt in die Wühlmausgänge zu geben, hat die Gärtnerin es flächig auf dem Beet verteilt. Beim Kontakt mit dem Gießwasser reagierte das Mittel, wie es sollte: mit der Bildung von Phosphorwasserstoff – einem Gas, das die Mäuse mit stechendem knoblauchartigen Gestank vertreibt. Das Gartenwasser führte aber zu einer viel zu starken Reaktion.

Gegen 2 Uhr seien laut Mitteilung der Polizei bei einer Giftstoffmessung durch den Gefahrstoffzug keine gesundheitsgefährdenden Stoffe mehr nachgewiesen worden. Bis etwa 4 Uhr blieben jeweils zwei Einsatzkräfte an der Gefahrenstelle.

Die Rettungsdienste und ein Notarzt wurden zur möglicherweise notwendigen Behandlung der Menschen, die in Kontakt mit dem Rauch kamen herbeigerufen: 14 Feuerwehrangehörige, zwei Polizeibeamte, die Verantwortliche sowie zwei weitere Anwohner wurden schließlich vorsorglich ins Bitburger Krankenhaus gebracht. Sie hatten Glück. Bei niemanden zeigten sich die befürchteten Vergiftungssymptome, alle konnten am Mittwoch gesund entlassen werden.