Blitzer brennt auf A1 Salmtal / Wittlich – Polizei hat Daten gesichert

Brandbeschleuniger gefunden : Blitzer-Brand bei Salmtal – Alle Daten sind gesichert, Polizei ermittelt (Fotos/Video)

Schon seit mehreren Wochen steht auf der A 1 am Parkplatz Pohlbach eine mobile Radarkontrolle. In den frühen Morgenstunden am Mittwoch geriet sie in Brand. Seit Januar hatte die Anlage 61 000 Mal geblitzt.

Seit Januar steht ein mobiler Blitzer auf dem Parkplatz Pohlbach an der A 1 in Höhe Salmtal. Am frühen Mittwochmorgen geriet er in Brand. Vorbeifahrende Autofahrer riefen Polizei und Feuerwehr an, die daraufhin ausrückten. Die Feuerwehr löschte den  Brand, musste aber auf die Spurensicherung Rücksicht nehmen, weshalb Glutnester im Inneren vorerst nicht gelöscht wurden.

Die Spurensicherung hatte noch am frühen Morgen ihre Arbeit auf dem Parkplatz aufgenommen. Parkende LKW-Fahrer wurden befragt. Der nicht mehr fahrbereite Anhänger wurde sichergestellt. Vor Ort waren die Feuerwehr Salmtal, der Wehrleiter Wittlich-Land, die Feuerwehr Hetzerath, die Autobahnpolizei Schweich und die Kriminalpolizei Trier im Einsatz.

Wie die Autobahnpolizei in Schweich auf TV-Nachfrage bestätigt, wird nun wegen  Verstoßes gegen den Paragraf 316b des Strafgesetzbuches ermittelt. Darin geht es um die „Zerstörung öffentlicher Anlagen“, was mit Freiheitsentzug bis zu fünf Jahren geahndet werden kann (siehe Extra).

Der betroffene Abschnitt der A 1 ist seit einigen Monaten aufgrund von Fahrbahnunebenheiten zur  Tempo-100-Zone deklariert worden. Zuvor galt dort keine Geschwindigkeitsbegrenzung.  Für eine Welle des Unmuts in den sozialen Netzwerken sorgte vor wenigen Wochen ein zweiter mobiler Blitzer, der kurz hinter dem Parkplatz zusätzlich aufgestellt war, inzwischen aber wieder abmontiert wurde (der TV berichtete mehrfach).

Sollte der mutmaßliche Brandstifter mit seiner Aktion versucht haben, ein Blitzfoto zu löschen, war das jedoch erfolglos.

Norbert Heinz, Leiter der Dienststelle Zentrale Verkehrsdienste beim Polizeipräsidium Trier, erklärt auf TV-Nachfrage, dass alle Daten gesichert sind. „Die Anlage hat um 4.31 Uhr das letzte Auto gemessen, um 4.40 Uhr setzte sie einen Alarm ab. Alle Daten, die bis dahin erzeugt wurden, sind gesichert,“ sagt Heinz. Durch den Brand sei nichts zerstört worden, da der Blitzer eine automatische Selbst-Lösch-Anlage habe. Sobald Sensoren erhöhte Temperatur messen, setzt der Blitzer ein Notruf-Signal per Funk an die Polizeiwache ab, und die Lösch-Anlage springt an. Die Höhe des Schadens sei noch nicht ermittelt, so Heinz.  Nach der Spurensicherung müsse das Gerät gereinigt werden, erst dann könne das Ausmaß des Schadens ermittelt werden.

Feuer an einem Blitzeranhänger an der A1

Die Anlage stand durchgehend seit dem 23. Januar am Parkplatz Pohlbach, bestätigt Heinz. Bis Mittwochmorgen habe die Anlage demnach 1 061 371 Autos erfasst, von denen 60 977 zu schnell gefahren sind. Dort soll auch in Zukunft weiterhin geblitzt werden, ein Ersatzgerät sei bereits angefordert.

Dass frustrierte Autofahrer, die möglicherweise selbst geblitzt worden sind, diese Geräte in Brand setzen, ist in Deutschland  kein Einzelfall. 2017 gab es einen Brandanschlag auf ein ähnliches  Modell in Niedersachsen, wie das Göttinger Tageblatt damals vermeldete. Auch in diesem Fall wurde der Blitzer durch den Brandanschlag nicht zerstört, die Daten blieben erhalten.

Die Polizei sucht Zeugen, Telefon 06502/91650.

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