1. Blaulicht

Blockade-Demo am Burger King Trier ist beendet - viele Fragen zu klären

Polizei ermittelt : Update: Blockade-Demo am Burger King Trier hat ein Nachspiel (mit Video)

Dreieinhalb Stunden lang haben Tierschutz-Aktivisten von Extinction Rebellion am Freitag den Haupteingang der Burger-King-Filiale in der Trierer Simeonstraße blockiert. DIe Polizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, das Restaurant beklagt Einbußen.

Nach der Blockade des vor wenigen Wochen eröffneten Schnellrestaurants in der Trierer Innenstadt wollen die Behörden klären, inwiefern die Verursacher zur Verantwortung gezogen werden. Ob und – wenn ja – welche Konsequenzen die Aktion haben wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Die Andeutung Im Vorfeld teilte Extinction Rebellion Trier den Medien nur mit: „Wir planen für Freitag eine Klimaschutz-Aktion. Leider können wir aus Präventionsgründen keine genauen Infos geben.“ Extinction Rebellion ist eine internationale Umweltschutzbewegung, die ihre Ziele auch mit zivilem Ungehorsam erreichen will und bei deren Protestaktionen es zum Teil Gesetzesverstöße gab. Die Gruppe Fridays for Future Trier rief im sozialen Netzwerk Instagram für Freitag zu einer Mahnwache mit dem Titel „Stoppt Tiertransporte“ auf. Sie nahm Bezug auf die Kritik am Veterinäramt des Kreises Trier-Saarburg wegen der Genehmigung eines umstrittenen Tiertransports ins Ausland (der TV berichtete).

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Aktivisten erklären, wieso sie sich an einer Burger-King-Filiale in Trier festgeklebt haben

Die Aktion Gegen 11 Uhr traten vier junge Demonstranten in einen Sitzstreik vor der Burger-King-Filiale. Zwei hefteten sich per Spezialkleber an den Händen an die gläserne Eingangstür fest, zwei andere an bodentiefe Fenster. Einer von ihnen ist Henry Hofmann, der im Gespräch mit dem TV erklärte: „Ich bin mit der Fleischware und der damit verbundenen Massentierhaltung nicht einverstanden. Mit dieser Aktion möchte sich das Bewusstsein schärfen für das Thema Umwelt, Klima, Gesundheit und Tiere.“

Die Reaktion Passanten blieben stehen und sahen sich das Schauspiel an. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an, dazu die Stadtverwaltung. Polizei-Pressesprecher Uwe Konz: „Obwohl diese Kundgebung nicht angemeldet war, hat die Versammlungsbehörde der Stadt sie als Demonstration des Versammlungsgesetztes anerkannt und keine Auflösungsverfügung erteilt. Daher hat man die Demonstranten unter Aufsicht gewähren und kleben lassen.“ Die insgesamt rund 20 Demonstranten mussten ihre Plakate und Banner allerdings teilweise entfernen, denn ursprünglich war nur eine Kundgebung in der Simeonstraße auf Höhe der Sparkasse angemeldet worden. Zudem war der Fußweg für die vielen Passanten versperrt, und der Mindestabstand konnte nicht eingehalten werden.

Das Problem Aufgrund des Spezialklebers waren die Demonstranten nicht ohne Weiteres von den Scheiben zu lösen. Nach TV-Informationen wurde zwischenzeitlich auch erwogen, die Berufsfeuerwehr Trier hinzuzuziehen. Der Gedanke wurde jedoch verworfen. Uwe Konz: „Nach eigener Darstellung der Demonstranten haben sie einen Kleber benutzt, der sich nach drei bis vier Stunden ohne Personen- oder Sachschaden wieder löst. Auch hier gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Die Personen wurden deshalb nicht ,von den Scheiben geschnitten’ oder mit Hilfe von Chemikalien gelöst, um unnötige Verletzungen und Sachschäden zu vermeiden. Da die betroffene Geschäftsfiliale einen weiteren, nicht beanspruchten Eingang hatte, war dies ohne Weiteres möglich.“

Das Restaurant Michael Berger, Betreiber der Burger-King-Filiale, suchte mit den Demonstranten den Dialog, auch um die Kundgebung schnell zu beenden. Auf TV-Anfrage sagte er: „Wir öffnen um 11 Uhr und erleben ohne eine Vorahnung eine solche Aktion. Zur Mittagszeit kommen die meisten Besucher, um zu essen. Heute werden wir wohl große Einbußen erleben.“ Berger sagte den Demonstranten, dass auch das Großunternehmen Burger King in Deutschland und weltweit schon viel für die Umwelt gemacht habe. Doch den Protestlern war das zu wenig. Hofmann: „Wir bleiben hier kleben, bis der Spezialkleber seine Wirkung verliert. Außer die Polizei greift ein.“

Das Finale Gegen 14.30 Uhr nutzten die Demonstranten die Flüssigkeit Aceton, um den Kleber aufzulösen und so die Hände freizubekommen. Anschließend säuberten die Teilnehmer die Glasscheiben und zogen gegen 15.15 Uhr schließlich ab.

 Mehrere Aktivisten von Extinction Rebellion haben sich mit ihren Händen an die Eingangstür der Burger-King-Filiale in der Trierer Simeonstraße festgeklebt.
Mehrere Aktivisten von Extinction Rebellion haben sich mit ihren Händen an die Eingangstür der Burger-King-Filiale in der Trierer Simeonstraße festgeklebt. Foto: Florian Blaes

Das Nachspiel Die Polizei kündigte an: „Es wird ein Ermittlungsverfahren nach dem Versammlungsgesetz wegen der Nichtanmeldung einer geplanten Demonstration/Kundgebung eingeleitet.“ Ob Burger King Ansprüche geltend machen wird, ist unklar. Henry Hofmann sagte: „Wir haben vorher mit unseren Anwälten gesprochen, und da wurden keine großen Bedenken geäußert, wenn wir keine Sachbeschädigungen anrichten. Zudem haben wir den Seiteneingang freigehalten, so dass der Betrieb weiter gehen konnte.“ Für ihn und seine Mitstreiter war diese Aktion aus ihrer Sicht ein voller Erfolg. Passanten reagierten unterschiedlich – mal mit Zustimmung, mal mit Unverständnis und Verärgerung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Aktivisten kleben sich an Burger King in Trier