Brandanschlag auf Wohnhaus in Langsur – Polizei ermittelt

Blaulicht : Unbekannte wollen Haus in Langsur anzünden (Update)

Die Täter kommen in einem schwarzen Mercedes nach Langsur (VG Trier-Land) und schütten eine brennbare Flüssigkeit auf die Hausfassade, diese erzeugt nur eine Stichflamme. Der Vorfall ist Gesprächsthema – das Haus fällt nicht zum ersten Mal auf.

Die Täter kamen am späten Abend nach Langsur. Laut Darstellung der Polizei, die den Fall der TV-Redaktion am Dienstag mitgeteilt hat, rollten sie bereits am vergangenen Donnerstag gegen 23 Uhr mit einer schwarzen Mercedes C-Klasse älteren Baujahrs in die Sauertalgemeinde und hielten vor einem Haus in der Wasserbilliger Straße.

So stellen die Ermittler den Ablauf dar: Mehrere Menschen, mindestens zwei, stiegen aus dem schwarzen Mercedes aus. Einer von ihnen trug einen roten Kanister. Aus diesem Kanister gossen die Täter eine brennbare Flüssigkeit in den Vorgarten und auf die Fassade des Hauses in der Wasserbilliger Straße. Dann zündeten sie die Hauswand an und flüchteten mit dem schwarzen Mercedes in eine unbekannte Richtung.

Noch ist völlig unklar, was die Unbekannten genau erreichen wollten. War es ihre Absicht, das Haus komplett in Brand zu setzen? In diesem Fall wären sie gescheitert, denn das Anzünden der Hauswand erzeugte lediglich eine Stichflamme. Die Bewohner des Hauses konnten diese Flamme schon löschen, bevor die Feuerwehr eintraf. Die Stichflamme selbst verursachte keine Brandschäden am Haus, nur die Fassade wurde durch Ruß beschmutzt. Das Anwesen ist weiterhin bewohnbar, niemand muss ausziehen.

Es gibt nur eine grobe Beschreibung der Verdächtigen: Beide sind schlank und etwa 1,75 Meter groß. Eine der beiden Personen hatte längere Haare.

Reinhold Thiel ist der Ortsvorsteher von Langsur. „Der Vorfall hat am Donnerstagabend natürlich Aufsehen erregt und sich danach auch schnell herumgesprochen“, sagt er im Gespräch mit dem TV. „Die Nachbarschaft ist erschüttert.“

Nähere Hintergründe zu diesem Fall seien ihm nicht bekannt, erklärt Thiel. „Das Haus hat mal jemandem aus Langsur gehört, aber jetzt leben dort mehrere Personen. Manchmal herrscht hier nachts reger Betrieb.“ In der Vergangenheit habe es zudem immer mal wieder Probleme gegeben, weil in dem Haus wesentlich mehr Menschen lebten, als dort gemeldet gewesen seien.

Nach dem Brandanschlag am späten Donnerstagabend sind am Dienstag immer noch deutliche Rußspuren erkennbar. Wäre die hölzerne Tür oder das Scheunentor des Hauses von der brennbaren Flüssigkeit getroffen worden, hätte das Feuer viel größere Ausmaße erreichen können, erklärt ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Langsur.

Das besagte Haus ist in Langsur sehr bekannt, das bestätigen drei Bewohner des Ortes im Gespräch mit dem TV. Gemeldet seien in dem Haus lediglich zwei Bewohner, meistens hielten sich allerdings deutlich mehr Menschen dort auf, beschreibt ein Anwohner und bestätigt damit auch die Aussagen des Ortsvorstehers. Seit längerer Zeit gebe es zudem wiederholte Kurzaufenthalte von Menschen aus dem direkt benachbarten Luxemburg.

Die Kriminalpolizei Trier hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Zeugen, die Hinweise zu den Tätern oder dem Fahrzeug geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Trier, unter Telefon 0651/9779-2290 in Verbindung zu setzen.

Mehr von Volksfreund