1. Blaulicht

Brandserie in der Eifel reißt nicht ab

Kostenpflichtiger Inhalt: Sind in Irrel und Mauel Feuerteufel am Werk? : Brandserie in der Eifel reißt nicht ab

In der Nacht zum Dienstag sind nahe Irrel ein Gasthof und ein Bauwagen abgefackelt. Es sind nicht die ersten ungeklärten Brände in der Eifel. Erst Sonntagmorgen hatte es Feuer in Mauel gegeben. Die Polizei schließt einen Zusammenhang nicht aus.

Feuerschein erhellt den Wald bei Prümzurlay. Dicke Rauchschwaden ziehen in den Himmel. Die Waldschänke nahe der Irreler Wasserfälle steht lichterloh in Flammen.

Doch als gegen 4 Uhr am Dienstagmorgen ein Notruf bei der Feuerwehr eingeht, ist bereits nichts mehr zu retten. Einen „Vollbrand“ nennt der Südeifeler Wehrleiter Richard Wirtz, was er und seine Kollegen in dieser Nacht vorfinden. 25 Rettungskräfte, mehr als sieben Stunden Arbeit und literweise Wasser aus der Prüm braucht es, um das Feuer zu löschen. Am Ende des Einsatzes, gegen 11.30 Uhr, steht nicht viel mehr als eine Ruine.

Wirtz schätzt, dass die Schadenshöhe im sechsstelligen Bereich liegen dürfte. Die Waldschänke, die im Sommer stets Tausende Touristen bewirtet, wird wohl nie wieder öffnen.

Doch es ist nicht der einzige rätselhafte Brand in den vergangenen Tagen. Nahe Schankweiler, erzählt Wirtz, sei ein Bauwagen abgefackelt. Und Sonntagmorgen brannten ein ehemaliger Stall und ein Büdchen in der früheren Siedlung Staudenhof bei Mauel herunter (der TV berichtete). Der Schaden: rund 10 000 Euro.

An unglückliche Zufälle glaubt seitdem kaum noch jemand. Die Ursache der Feuer werde zwar derzeit noch ermittelt, sagt  Bernd Rehm, Leiter der Kriminalpolizei Wittlich. Gutachter würden auch nach technischen Fehlern suchen.

Nichts mehr zu retten: Die Waldschänke bei Irrel ist in der Nacht zum Dienstag völlig abgebrannt. Foto: TV/Feuerwehr Irrel

Doch „aufgrund der räumlichen Nähe und dem engen Zeitfenster, in dem sich die Vorfälle zugetragen haben“, gehe die Polizei inzwischen von Brandstiftung aus. Und sehe auch einen Zusammenhang zwischen den Vorkommnissen in der Südeifel und im Islek. Rehm spricht von einer „traurigen Serie“.

Dafür gibt es wohl reichlich Anhaltspunkte: So hätten Unbekannte offenbar auch bei den Irreler Köhlerhütten und an einem Forstgreifer in der Nähe gezündelt. Dort wollten die Flammen aber wohl nicht so recht lodern — ebenso wie bei einem leerstehenden Wohnhaus in der Siedlung Staudenhof am Sonntagmorgen.

„Für die Bevölkerung ist all das natürlich beunruhigend“, sagt Chefermittler Rehm, verspricht aber: Die Polizei werde nun ihr Bestes tun, um die Vorfälle schnellstmöglich aufzuklären.

Dabei hofft der Leiter der Wittlicher Kripo auch auf Mithilfe der Bürger. Wer hat also am Dienstag- oder am Sonntagmorgen Verdächtiges in Mauel oder Irrel gesehen?

Hinweise zu den Bränden nimmt die Kriminalinspektion Wittlich unter Telefon 06571/95000,  E-Mail: kiwittlich
@polizei.rlp.de, entgegen. Zeugen können aber auch die Dienststellen in Bitburg (Telefon 06561/96850) oder Prüm (Telefon 06551/9420) kontaktieren.